LEGO 9V Eisenbahn: 4547 Club-Car von 1993 im Classic-Review

Die inoffiziellen Feierlichkeiten zur LEGO 9V-Eisenbahn Einführung im Jahr 1991 gehen bei PROMOBRICKS weiter. Zwei Jahre nach dem Erscheinen des LEGO 4558 Metroliners kam die perfekte Ergänzung auf den Markt: der Doppelstock-Wagen mit der Setnummer 4547. Umgangssprachlich auch Schlafwagen, Panoramawagen oder laut originalen Bezeichnung Club-Car genannt.

Auch für dieses Set war der Däne Torben Plagborg verantwortlich, den ich euch bereits näher vorstellen konnte. Schon während die Entwicklung für die neue LEGO 9V-Eisenbahn in vollem Gange war, wurden die ersten Konzepte für einen Doppelstockwagen gleich mit entworfen. Heraus gekommen sind auch hier die unterschiedlichsten Farbdesigns, aber auch der spätere finale Entwurf ist schon im Ansatz gut zu erkennen. Doppelstock-Wagen waren in Nord-Amerika zur damaligen Zeit sehr beliebt und gerade bei Amtrak (der Design-Vorlage) sehr verbreitet.

Die Fakten zum LEGO 9V 4547 Club-Car

  • Set-Nummer: LEGO 4547
  • Thema: Trains
  • Bezeichnung: Club-Car
  • Teilezahl: 293
  • Minifiguren: 5
  • Erscheinungsjahr: 1993
  • Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
  • UVP: 

Die Verpackung

Das Design des 33,5x24x6 cm großen bzw. eigentlich relativ kleinen Kartons ist dem Stil aus 1991 beibehalten worden. Neu ist nur das SYSTEM-Logo, welches 1992 eingeführt wurde. Die Vorderseite zeigt aber nicht nur das enthaltene Modell, sondern auch einen (gebauten!) geöffneten Querschnitt über die zwei Etagen und deren Inneneinrichtung. Auch die Rückseite ist bei diesem Set wieder mit weiteren Modellvarianten bespickt – und dem eigentlichen A-Modell. Bauanleitungen für weitere Modelle liegen diesem Set aber nicht bei.

Ohne Klappdeckel kommt diese Box schon fast trist daher. Nur ein einfacher, stabiler Innenkarton ist enthalten.

Die Bauanleitung & Sticker

Wie schon erwähnt, enthält die Bauanleitung nur den Aufbau des Club-Cars, so wie er vorgesehen ist. Dafür sind insgesamt 23 Bauschritte auf 16 Seiten veranschlagt. Auch bei diesem Modell werden keine Teile pro Bauschritt vorgegeben.

Neben der Bauanleitung liegt auch ein kleiner Stickerbogen bei. In meinem Fall ist dieser noch unbenutzt. Die grauen Streifen sind für die unteren Fensterreihen gedacht, um ein wenig Sichtschutz in das Schlafabteil zu haben. Die zwei schwarzen ovalen Sticker stellen später Waschbecken dar. Der Rest dürfte selbsterklärend sein.

Die Minifiguren

Was immer wieder erstaunlich ist, dass mit den Figuren nicht gespart wurde. So können allein in dem Doppelstock-Wagen fünf Minifiguren eingesetzt werden – zusammen mit den elf Figuren aus dem LEGO 9V Metroliner (4558) ergibt dies schon eine stattliche Summe zum Spielen.

Mit an Bord kommen zwei Damen und drei Herren, wobei die Damen so ähnlich schon beim Metroliner zu finden sind. Zwei der Herren haben einen schicken Print, wobei der Herr mit der Palme wohl eindeutig von Paradisa kommt. Bei dem mittleren Herren in schwarz überlege ich immer noch, wie ich seine Beine einordnen soll. Ist das nun eine gelbe Hose? Oder trägt der Herr nur einen Slip? Man weiß es nicht.

Wie zur damaligen Zeit üblich, sind die Rückseiten – sowohl bei den Torsos, als auch bei den Gesichtern unbedruckt.

Besondere Teile

Das größte Element in dem Set ist auch (fast) mit das Außergewöhnlichste. Zumindest war der erste Prototyp für dieses Untergestell gar nicht für einen Doppelstock-Wagen gedacht. Bei der Entwicklung des neuen LEGO 9V Systems wollten die Designer ursprünglich einen Doppelstock-Containertragwagen kreieren. Dafür gab es auch die entsprechenden Elemente in schwarz (liegend vor dem Trafo) oder auch in rot. Man merkte aber schnell, dass es sich auch für einen Doppelstock-Personenwagen anbot.

Für das LEGO 4547 Club Car wurde sich – passender Weise – für das hellgrau entschieden. Zwei weitere Elemente sind exklusiv für dieses Set geblieben – das sind die bedruckten Panele (alte Version ohne zusätzliche Stützen) und die transparenten Fensterelemente – die passenden Scharnier-Platten wurden in 1993 in hellgrau erstmals neu eingefärbt. Die weiteren Teile sind natürlich passend zum Metroliner.

Der Aufbau

Der grundsätzliche Aufbau dieses Wagens wird bei niemanden große Rätsel aufwerfen. Da das Club Car kein eigenen LEGO 9V Antrieb hat, gibt es auch keine Verkabelungen oder Motoren. Die klassischen Metallachsen der Räder laufen wie gewohnt butterweich. Auch die typischen Magnet-Kupplungen dürfen an beiden Enden nicht fehlen.

Im unteren Abteil entstehen zwei gelbe Schlafgelegenheiten. Hier wird einiges an Jumper-Plates verbaut – auch auf den Betten, um die Minifiguren später fixieren zu können.

Wie schon beim LEGO 4558 Metroliner wird der Wagenübergang aus den geriffelten Steinen gebaut, um den Faltenbalg optimal darstellen zu können.

Die zwei kleinen Schlafabteile erhalten jeweils noch ein klassisches Waschbecken und eine bedruckte Fliese mit angedeuteten Knöpfen und einem kleinen Bildschirm. Ein stilles Örtchen gibt es aber auch bei diesem Set nicht. Blaue Fliesen bilden die Grundlage für das obere Abteil. Diese Konstruktion mit Sitzplätzen und Tischen wird später einfach nur darauf gelegt. Eine kleine Treppe gibt es aber nur nach unten (in Form der schwarzen Leiter), nach oben wird es etwas schwieriger.

Die Außenkonstruktion baut sich recht einfach auf. Die typischen rot/weiß/blauen Streifen werden aus Plates gebaut, die geschwungene Weiterführung dessen ist auf den bereits angesprochenen Paneelen gedruckt. Ebenso sind die Eisenbahntüren mit diesem Muster bedruckt worden. Auch her muss wieder festgestellt werden, weiße Drucke sehen nie wirklich so weiß wie die Steine aus.

Warum das Club-Car auch Panorama-Wagen genannt wird, wird im Obergeschoss deutlich. Insgesamt zehn dieser (bis heute) exklusiven Fensterelemente werden hier verbaut – exklusiv deshalb, weil es diese in trans-clear nur in diesem Club-Car gab, was die Preise in unangenehme Höhen treibt. Durch die Hinge-Plates sind die Fenster klappbar und der Waggon ist bestens bespielbar.

Das fertige LEGO 4547 Club-Car

Der fertige Panoramawagen ist ein wunderschöner Doppelstock-Wagen. Mit den fünf Fahrgästen ist dieser auch schon bestens ausgefüllt.

Wie schon angedeutet, kann das Dach in beide Richtungen aufgeklappt werden, damit wird das Obergeschoss mit den Sitzplätzen freigelegt. Da es nur auf Fliesen aufliegt, ist das Herausnehmen kein Problem und nun können auch im Untergeschoss die Minifiguren in die Horizontale gelegt werden. Natürlich lassen sich auch alle vier Türen öffnen, so dass von allen Seiten die Fahrgäste einsteigen können.

Ein bisschen Lifestyle-Atmosphäre darf auch bei diesem fast 30 Jahre altem Set nicht fehlen – auch wenn ich da sicher nicht so stylisch vorgegangen bin, wie es der dänische Spielwarenhersteller mittlerweile bei einigen seiner Produkte macht. Ob man das schlussendlich mag, muss jeder für sich entscheiden.

Zu guter Letzt darf aber natürlich die entscheidende Kombination nicht fehlen – die Integration in den LEGO Metroliner 4558. Ein wirklich toller Anblick – der zumindest zur damaligen Zeit mit unendlich vielen Club-Cars erweitert hätte werden können.

Neuauflage 10002

Legenden sterben nie – oder so ähnlich hieß es am Anfang der 2000er Jahre, als einige Sets in Neuauflagen erschienen sind. Nicht nur der Metroliner erhielt mit der Setnummer 10001 eine Kopie des 1991er Sets, sondern auch der Panorama-Wagen erfreute sich im Jahr 2001 einer Wiedergeburt. Die beiden Waggons waren schlussendlich genau gleich, nur das Karton-Design und die Setnummer auf der Bauanleitung wurden getauscht. Da die Einführung des neuen Sets noch vor dem grauen Farbwechsel erfolgte, sind auch diese Steine noch im klassischen Alt-Hellgrau.

Mein Fazit

Wer Fan der LEGO 9V Eisenbahnserie ist und auch den Metroliner sein Eigen nennt, der kommt an diesem wunderschönen Panorama-Wagen eigentlich nicht vorbei. Gerade die exklusiven Elemente wie die transparenten Scheiben machen den Wagen aber sehr teuer heutzutage. Auch die Anzahl der Minifiguren ist sehr gut gewählt, so dass eine abwechslungsreiche Bespielbarkeit gegeben ist. Hier hat es Torben Plagborg wieder geschafft, ein klassisch-zeitloses Design weiter zu führen, dass auch heute immer noch in jede LEGO-Stadt passt.

Weitere 30 Jahre LEGO 9V-Eisenbahn Reviews:

18 Kommentare zu „LEGO 9V Eisenbahn: 4547 Club-Car von 1993 im Classic-Review“

  1. Modelleisenbahnen (auch welche aus LEGO) waren zwar nie mein Ding – bin wahrscheinlich zu spät geboren – , aber der Zug ist sehr schön. Leider gibt’s sowas heute nicht mehr.

    1. Sehr schönes Review.
      Wir, mein Bruder und ich, waren in der glücklichen Lage, sowohl den Metroliner als auch den Doppelstockwagen geschenkt bekommen zu haben – letzteren sogar zuerst. Der fuhr dann eine Weile als Personenwaggen mit der roten Lok und dem Schiebetürwagen als Gepäckwagen aus 4563 herum.
      Durch einen glücklichen Umstand und Papas Argumenten (und einem Komplott gegen unsere Mutter) bekamen wir den Metroliner dann als übergroßes Zeugnisgeschenk (im Sommer – da gab es sonst nur Spielzeug für draussen).

      Und jetzt ist dieser schöne Zug mein Eigen. Ordentlich bespielt, aber die Panoramafenster sind immer noch toll.

  2. Schönes Set aus der 9-Volt-Ära. Mit so einem Zug bin ich auch schon real mitgefahren, da war allerdings in Untergeschoss keine Betten, sondern ein kleines Zugbistro mit vielen vielen Leckereien.

    1. Daniel Haedicke

      Das „Bistro“ ist ja quasi im Metroliner verankert 🙂 Sollte reichen, um die hunrigen Fahrgäste zu befriedigen 🙂

  3. Eisenbahnwagen mit Türen sind selten geworden. Am Disney-Zug wurden mal wieder welche verbaut. Aber ansonsten sucht man danach vergebens…

    1. Hatte vor kurzem einen Zug von einem Alternativhersteller gebaut (nichts gegen Lego, es war ein putziges Modell dass es von Lego nie gab), es fühlte sich an als wollten die trollen: ZWÖLF Zugtüren in Braun, nicht weniger klassische Zugfenster. Glorreich.
      Aber an der Herstellungsqualität 90er Jahre Lego kommt es wahrlich nicht an. Da hatten die noch Konzepte.
      Auch der Neuauflage-klassischer-Modelle Konzept war wundervoll. Hatte wenig davon profitiert aus finanziellen Gründen, aber immerhin ein-zwei Modelle konnte ich so Kind erwerben.

  4. dominofan0803

    Damalige UVP: laut Preisschild an meinem Karton 56 DM
    (37,5 Dollar was zu dem Zeitpunkt in etwa 60 DM waren. Deshalb kann der Preis von 56 DM kein reduzierter Preis sein)

    Für das Geld bekommt man heute wenn man Glück hat 3 von den transparenten Panel.

    Im Gegensatz zum Metroliner, welcher lange im Katalog war: 1991 – 1995 , abgelöst 1996 durch den schwarz-gelben Schnellzug, war der Panoramawagen nur 1993 und 1994 im Programm.

  5. der musste damals von meinem 12v-Güterzug durch die Gegend gezogen werden, weil das Projekt „noch ein Passagierzug“ ad infintum verschoben wurde …
    So ganz rein gepasst hat er nie, gut war er trotzdem 🙂

  6. Den Wagen mag ich sehr. Steht im Schrank mit dem Zug und dem gelben „Bahnhof“. Müsste ich eigentlich mal wieder aufbauen. Zum Glück alles aus der Kindheit behalten.

  7. Hallo zusammen! Diesen Wagen wollte ich immer haben. Zum Zeitpunkt des Erscheinens war er im örtlichen Spielwarenladen oft ausverkauft. Online war damals ja noch nicht so. Ich habe den Wagen dann im Legolandshop in Billund im Urlaub 1993 gekauft für damals 280 Dkk, also ca. 70 DM. Damit war das ganze Urlaubsgeld futsch. Aber der Wagen war mir mit 10 Jahren wichtiger…Den Metroliner hatte ich nie, das Startset hatte ja keinen Trafo ein ko-Kriterium. Daher wurde es dann das Güterzugstartset 4563 zu Beginn. Oma schenkte dann das rote Krokodil, dahinter hing dann besagter Panoramawagen. Schade, dass es heute nicht genug Lego-Eisenbahn mehr gibt. Habe mir zwar im Sommer 2020 das Krokodil gegönnt…aber passende Wagen gibt’s eben nur woanders…Eine große Lego Stadt auf dem Dachboden mit Zügen wäre Mal was…dafür muss es doch einen Markt geben? Super Review Reihe!!! Wie eine kleine Zeitreise…Bitte weitermachen damit!Vielleicht wäre eine Städtereise ein Thema…Legostädte der 90er Jahre.

    Viele Grüße
    Kai

  8. Ist das ein „gelbe Burg“ Phänomen – sprich früher war alles awesome awesome awesome …

    Ich verstehe, dass man sich für die Dinge aus seiner Kindheit begeistern kann, aber da ich zu DER Zeit anderes als LEGO im Kopf hate, fehlt mir die Beziehung dazu.

    Daher bin ich irgendwie nicht so 100%-ig begeistert von diesen alten Sets. Die Bautechniken/Steine haben sich halt weiterentwickelt…

    Ich würde mir den alten Metroline heute wohl nicht mehr kaufen 8auch zum damaligen Preis nichT) Ich würde lieber einen (insert your favourite train) in moderner LEGO-bauweise bevorzugen.

    Auch der Preis 60 DM (=30 Euro) ist für damals durchaus OK – hoch aber OK.

    Falls LEGO neue Einzelwagen (waggons) anbieten würde, dann wär meiner Meinung nach ein Preis von 10 EURO pro Achse (Na ja nur Richtwert, kommt immer auch auf den Aufbau an, ein Flachwagen sollte weniger kosten als ein „Spezialwagen mit Funktion) durchaus angebracht (dann sind wir ungefähr in dem Bereich den inflationsbereinigt auch dieser Wagen hatte).

    Was früher besser war ist eindeutig, dass man so was bekommen hat (Einzelwagen + Zubehör)

    Ich hoffe immer noch auf einen Orient Express mit Hercule Poirot als Minifig… (David Suchets Poirot) 😉 – LOK+Speise/Salonwagen+Schlafwagen (letztere gerne auch als Einzelstücke zum dazukaufen ;))

  9. Danke! Als Kid eines meiner ersten ernsteren Sets 1993 🙂 Leider habe ich dem Teil kauf Beachtung geschenkt und das Ding wurde nie wieder in einem Stück wiedergesehen.

    Gerade habe ich die alten Kisten bei meinen Eltern ausgepackt und bin jetzt am saubermachen und sortieren. Dabei habe ich auch wieder diese kleinen Panele mit den kurvigen trikolore gefunden und gleichzeitig kommt diese Review. Zufall? Alleine das kleine Teil hat mir einen Nostalgie Boost gegeben und gleichzeitig auch traurig, dass ich es nur einmal gebaut habe ;( armes Teil

  10. Klasse Review habe damals den Metroliner 1992 zu Weihnachten bekommen da war ich 6 Jahre alt. Und so kam neben den Panoramawagen noch ein paar Sachen dazu und heute ist die Eisenbahn gut geschützt im Keller verstaut.

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