LEGO 6661 Mobile TV Studio von 1989 im Classic-Review

Ein kleiner Übertragungswagen mit einem ungeklärtem Geheimnis ...

LEGO 6661 Mobile TV Studio von 1989 im Classic-Review (Daniel Haedicke) - 1

Mit dem kleinen aber feinen LEGO 6661 TV Van möchte ich euch heute ein weiteres Set aus der klassischen LEGO Town Serie zeigen. Das Set gehört mit zu denen, die es in der Art und Weise nicht so oft in den vielen Jahrzehnten der Historie von LEGO gab. Außerdem gehört das Mobile TV Studio zu den Sets, die ein kleines Mysterium in sich bergen – doch dazu wie immer später mehr.

Fakten zum LEGO 6661 Set

  • Set-Nummer: LEGO 6661
  • Thema: Town
  • Bezeichnung: Mobile TV Studio (Fernsehübertragungswagen)
  • Teilezahl: 84
  • Minifiguren: 1
  • Erscheinungsjahr: 1989 (bis 1991)
  • Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
  • UVP: 

Die Verpackung

Die gelbe LEGOLAND Box des LEGO 6661 Übertragungswagens hat die handlichen Maßen von 14 x 9,5 x 4,5 cm. Damit war sie das ideale Mitbringsel bei einem Supermarkt-Einkauf oder auch im Urlaub. Leider waren diese tollen, kleinen Boxen auch dafür prädestiniert, direkt nach dem Auspacken der LEGO Steine entsorgt zu werden. Um so seltener findet man heute gut erhaltene Exemplare.

Während die Vorderseite das Hauptmodell in einem angedeuteten Stadion zeigt – was eigentlich recht seltsam ist, da die Übertragungswagen in der Regel vor dem Stadion stehen und nicht direkt am Spielfeld bzw. der Tartanbahn – ist die Rückseite mit drei alternativen Bauideen versehen. Eine Tradition, die leider irgendwann verschwand.

Der Inhalt & die Bauanleitung

Eine weitere Tradition, die es selbst bei kleinen Sets in den 80er und 90er Jahren gab, waren neben der obligatorischen Bauanleitung, auch die kleinen Werbeflyer. In den meisten Fällen war es ein DIN A4 Blatt – so auch beim LEGO 6661 Übertragungswagen. Die großen Bilder der darauf gezeigten LEGO 6399 Airport Shuttle Monorail möchte ich euch aus Trauergründen aber ersparen, aber es sei demnach angemerkt, dass mein Set nach 1990 produziert worden war (1989 war Markteinführung), da die Monorail erst ab 1990 verkauft wurde.

Die Größe der aufgeklappten Bauanleitung ist ebenfalls ein DIN A4 Zettel. In wenigen Schritten können die über 80 Teile nun zusammengesteckt werden.

Und so sehen die einzelnen Elemente vom LEGO 6661 Mobile TV Studio wild verteilt auf meinem Tisch aus. Das reinste Chaos, und keine vornummerierten Tüten, aber ich habe mich an das Abenteuer des Aufbaus gewagt.

Die Minifigur

Die Minifigur des LEGO 6661 TV-Vans hat wieder den klassischen Rennanzug spendiert bekommen. Der Kameramann, TV-Wagen-Fahrer und vermutlich auch Cutter und Regisseur ist eben ein flotter Typ. Der Anzug ist dabei die farbliche Spiegelung des zuletzt von mir gezeigten Hubschrauberpiloten des LEGO 6531 Löschhubschraubers. Die Torsos kamen in einigen Sets vor, ich finde die weiße Variante aber sehr schick. Noch schicker sind aber die bedruckten 4x3x1 Paneele in blau. Und genau bei diesen Elementen kommt im Laufe des Reviews noch der mystische Westdeutsche Rundfunk zum Einsatz.

Der Aufbau

Die Bauanleitung ist, wie schon bereits gesehen, eigentlich schnell abgearbeitet. Begonnen wird mit der Minifigur und der großen Kamera. Vermutlich kommt der sportliche Kollege vom Channel 2 – das lässt die bedruckte 1×1 Fliese zumindest erahnen. Diese bedruckte Fliese ist auch ein immer wieder kehrendes Element in den 80er und 90er Jahren gewesen – auch mit anderen Zahlen, so zum Beispiel in dem LEGO Technic 8865 Test Car von 1988.

Anschließend wird das LEGO 6661 Übertragungsfahrzeug gebaut. Wie damals üblich in der klassischen Vier-Studs-Breite – sprich vier Noppen war die Basis aller Fahrzeuge in der Breite – nur die Länge variierte von Modell zu Modell. Trotz des schmalen Aufbaus (später folgt noch ein kleiner Vergleich zu einem modernen TV-Wagen), bot der kleine Van alles was man brauchte. Ein Sitz für die eine Minifigur und ein Lenkrad.

Zudem gab es im Heck genug Stauraum, um später auch das Kameraequipment unterzubringen. Dabei hilft dem LEGO 6661 Übertragungswagen die bewegliche Heckklappe. Auch ein kleiner Monitor ist untergebracht. Die Heckklappe, sowie das Dach des Führerhauses besitzen zusätzlich noch kleine Fenster, die ebenfalls geöffnet werden können. Auch diese Elemente waren in unzähligen Sets verbaut – und zumindest wenn ich für mich spreche – verdammt beliebt. Das sich die Türen zusätzlich öffnen ließen, muss ich nicht weiter erwähnen.

Der fertige LEGO 6661 TV-Van ähnelt einer beliebten Themenreihe am Ende sehr – der Classic-Space Serie. Auch einige Elemente aus eben dieser Reihe finden sich in diesem blau-grauen Fahrzeug mit gelben Akzenten wieder. Was es aber bis dato nirgends gab, waren die blauen Fensterrahmen, die in der Form bis heute tatsächlich einzigartig bleiben sollten.

Das fertige Set

Nach wenigen Minuten Bauspaß ist der mobile Einsatzwagen bereit, um die sportlichen oder sonstigen wichtigen Ereignisse auf die flackernden Bildschirme in die ganze Welt zu senden. Dabei hilft auch die riesige Übertragungsschüssel auf dem Dach des Vans.

Das ungeklärte Geheimnis

An sich ist das LEGO 6661 Mobile TV Studio schon ein knuffiges kleines Set, welches ansonsten recht harmlos daher kommt – wäre da nicht der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Dieser hat (so munkelt man) ein paar der mit „TV“ bedruckten Paneele umdekorieren lassen und mit ihrem „WDR“ Logo bedruckt.

Dieses Thema ist daher so spannend, weil man eigentlich nicht wirklich was darüber weiß. Vor vielen Jahren hat der User Gistok aus dem 1000steine.de Forum sich schon auf Spurensuche begeben, aber keine wirkliche Lösung gefunden. Nur so viel sei bekannt, dass der WDR diese Paneele direkt bei LEGO hat verpacken lassen, denn diese wurden auch in noch verschlossenen Boxen gefunden. Zudem wurden diese Sets anschließend nur an WDR-Mitarbeiter ausgegeben.

Auch ein anderer LEGO Fan nahm die Suche nach dem heiligen WDR-Gral auf und hat auf seiner Recherche zwei Paneele entdecken können, bei denen man ganz gut erkennt, dass der alte TV-Schriftzug entweder vorher entfernt, oder einfach komplett überdruckt wurde. Einige Reste der alten Schriftzüge sind noch deutlich erkennbar.

In welcher Stückzahl diese Teile „produziert“ worden sind, ist unklar. LEGO selbst weiß wohl heute nichts mehr davon, oder es gibt dazu keine Belege mehr – man weiß es nicht. Auch auf Nachfrage beim WDR selbst kam leider kein Ergebnis zustande.

Vielleicht weiß einer der Leser*innen in diesem Fall etwas mehr?! Jemand der Ende der 80er bzw. Anfang der 90er beim WDR gearbeitet hat – oder der jemanden kennt, der jemanden kennt?! Dann gerne in die Kommentare damit!

Vergleich mit LEGO 664 und 60233 TV-Wagen

Den ersten TV-Van gab es bereits im Jahr 1977 mit der Setnummer 664. Die Ähnlichkeit ist fast verblüffend, allerdings sind hier noch drei Minifiguren dabei gewesen. Aber auch die Kollegen kamen vom TV 2 – Kanal.

Ein richtiges Einzelset gab es nach dem LEGO 6661 Übertragungswagen aus dem Jahr 1989 dann nicht mehr. Im Jahr 2019 war aber wieder ein TV-Van in einem großen LEGO City Set enthalten – der LEGO 60233 Donut-Shop-Eröffnung.

Die moderne Variante wurde mittlerweile der Zeit auf Sechs-Studs-Breite angepasst – so wie im wahren Leben, wo die Autos auch immer größer und breiter wurden, die Straßen aber nicht mitwachsen (so wie bei LEGO eben auch). Zusätzlich zu den sechs Noppen in der Breite, kommen auch noch die Kotflügel, die zusätzlich für mehr Volumen sorgen. Damit wirkt der alte Klassiker fast winzig und ausgehungert dagegen,

Was den TV-Van des LEGO 60233 City Sets, und den des LEGO 6661 Classic Town Sets vereinen ist die Schüssel auf dem Dach, sowie der Innenraum im Heck mit den angedeuteten Bildschirmen. Die Aufkleber am neuen Modell bzw. die Prints am alten Set sind aber wieder der Zeit entsprechend.

Mein Fazit

Ich denke, der LEGO 6661 Übertragungswagen aus dem Jahr 1989 bietet einen guten Spagat zwischen alter Nostalgie, aber auch den Einsatz in modernen Städten. Sicherlich hätte der kleine „Bulli“ heute ein H-Kennzeichen, aber der Platz für das moderne Equipment sollte auch hier locker ausreichen.

Das kantige und klobige Design gefällt heute sicher nicht mehr jedem, aber dennoch war irgendwie immer mehr Platz für Spielfunktionen, zum Beispiel das Öffnen der Türen. Eine zweite Figur wäre zwar auch ganz nett gewesen, allerdings wäre im Wagen selbst kein Platz mehr gewesen und zur damaligen Zeit wurde bei den Sets meist versucht, alles unterzubringen, was es an Zubehör gab. Ein bald folgender Classic-Review-Vergleich zwischen zwei alten Pferdetransportern wird dies auch noch eindrucksvoll zeigen.

Aber was gefällt euch denn besser – lieber die schmale Vier-Studs-Variante vom, oder die neue Sechser-Breite? Schreibt es wie immer gern in die Kommentare!