LEGO 6359 Horse Trailer & LEGO 6405 Sunset Stables im Classic-Review-Vergleich

Mit dem LEGO 6359 Horse Trailer von 1986 und dem LEGO 6405 Sunset Stables aus der Paradisa-Reihe von 1992 möchte ich euch heute mal zwei Sets vorstellen, welche zwar sechs Jahre im Erscheinungsjahr trennen, aber vom Grund auf doch sehr ähnlich sind. Beide Boxen sind fast identisch groß und auch die Steineanzahl liegt nah beieinander. Nur die alternativen Bauideen auf der Rückseite des LEGO 6359 Sets waren noch etwas umfangreicher.

Starten wir also ohne lange Vorrede mit dem älteren der beiden Sets.

Fakten zum LEGO 6359 Set

  • Set-Nummer: LEGO 6359
  • Thema: Town
  • Bezeichnung: Horse Trailer (Rennpferd-Transporter)
  • Teilezahl: 144
  • Minifiguren: 1
  • Erscheinungsjahr: 1986 (bis 1988)
  • Empfohlenes Alter: ab 7 Jahren
  • UVP: 

Die Verpackung & der Inhalt

Natürlich war im Jahr 1986 noch das klassische gelbe Box-Design mit dem markanten LEGOLAND-Schriftzug vorhanden – so, wie es viele Sammler der alten Sets mögen und es gern in Regalen präsentiert wird. Die alten Sets der Mittachtziger waren aber nicht zum Eindrücken, sondern noch zum Aufschieben. Darin war ein stabiler Innenkarton mit genug Platz für die Steine, die Bauanleitung und einen kleinen Stickerbogen. Auf diesem waren vier Aufkleber, von denen aber schlussendlich nur zwei benötigt wurden für das Set.

Die Bauanleitung vom LEGO 6359 Horse Trailer wirkt im zusammengefalteten Zustand recht handlich – allerdings nimmt diese im vollen Umfang mit ihren 54 x 27 cm recht viel Platz ein. Auf der Anleitung selbst wird aber kein Platz verschenkt und alles dicht an dicht gequetscht. Dennoch stellt der Aufbau schlussendlich kein Problem dar.

Die Minifigur

Dem LEGO 6359 Rennpferd-Transporter liegt eine Minifigur, sowie ein schwarzes Pferd bei. Das Pferd wird später in drei verschiedenen Varianten einsetzbar sein. Die Minifigur wird dagegen ihr Outfit nicht wechseln können, aber dafür trägt sie einen recht seltenen Torso, der nur 1989 noch im LEGO 6394 Parkhaus (Metro Park & Service Tower) zum Einsatz kam. Der Reiterhelm war schon vorher als roter Bauarbeiter-Helm im Einsatz, erhielt in 1986 aber einen neuen Farbanstrich.

Der Aufbau

Weiter geht es mit der kraftvollen Zugmaschine des Pferdeanhängers. Auf der Basis einer weißen Bodenplatte entsteht ein rot-weißer Geländewagen mit Stauraum im Heck. Im Fond ist genug Platz für die einzige Minifigur im Set. An den Paneelen werden nun auch die Sticker mit dem Pferdekopf angebracht.

Der Kühlergrill ist dagegen mit einem Print versehen – auf einem 1×2 Stein. Das Dach lässt sich öffnen, sowie die auch die Türen. Durch die größeren Reifen wirkt der Geländewagen recht massiv und bullig, was mir neben der klaren Farbkombination sehr gut gefällt.

Der bereits angedeutete Stauraum im Heck bietet Platz für den mitgelieferten Sattel. An die passende Anhängerkupplung wurde glückerweise auch gedacht – wäre sonst blöd für den Trailer.

Obwohl der Trailer auch nur vier Noppen breit sein wird, bietet er später die optimalen Maße, um das Rennpferd zu transportieren. Dafür wird sogar der Boden im Anhänger gefliest. Die schräg zulaufenden Wände werden durch Türen gelöst – so kann später auch mal nach dem Rechten geschaut werden.

Für den besseren Einstieg kann zusätzlich das Dachelement geöffnet werden. Bekannt wurden diese Bauteile kurz vorher durch die Flugzeugmodelle aus der Classic-Town Reihe. Im Trailer des LEGO 6359 Pferdetransporters ist wirklich kaum Luft, und erst recht sollte das Pferd nicht klaustrophobisch sein, aber es passt perfekt hinein. An den offenen Noppen der Heckklappe kann später noch der zusätzliche Trabrennwagen montiert werden.

Dieser Trabrennwagen (auch Sulky genannt) bietet nun die dritte Variante für das Pferd – neben dem Sattel und dem schwarzen Stein, um das Pferd auszufüllen. Interessant dürften hierbei die transparenten Technic-Räder mit ihren Gummireifen sein, welche erstmalig in der Art in einem Set verbaut wurden.

Das fertige Set

Das Rennpferd-Gespann ist damit in vollständiger Pracht erbaut und bereit von Trabrennbahn zu Trabrennbahn zu fahren – oder einfach nur, um das Pferd sicher von A nach B zu transportieren.

Das geniale an dem LEGO 6359 Gespann ist, dass tatsächlich das gesamte Zubehör untergebracht werden kann. Es bleibt nichts liegen oder geht verloren. Was aber schlussendlich tatsächlich dem Set noch fehlt, wäre die passende Peitsche für den Reiter auf dem Sulky – leider kam diese erst 1988 auf den Markt.

Ob das sechs Jahre später auch noch so clever gelöst wurde, schauen wir uns nun genauer an.

Fakten zum LEGO 6405 Set

  • Set-Nummer: LEGO 6405
  • Thema: Paradisa
  • Bezeichnung: Sunset Stables (Turnierteam)
  • Teilezahl: 133
  • Minifiguren: 2
  • Erscheinungsjahr: 1992 (bis 1999)
  • Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
  • UVP: 

Die Verpackung & der Inhalt

Wie schon erwähnt, hat die rosafarbene LEGO 6405 Paradisa Box mit den Maßen 24 x 14 x 4,5 cm eine ähnliche Größe wie zuvor der LEGO 6359 Rennpferdtransporter (25 x 15,5 x 4,5 cm). Allerdings besitzt diese Verpackung keinen Innenkarton mehr, sondern wird einfach nur seitlich geöffnet. Neben den Klemmbausteinen gibt es eine Anleitung, sowie einen typischen Werbeflyer.

Die Anleitung ist im LEGO 6405 Paradisa Set schon eine Art kleines Heft. Daher etwas handlicher im Umgang und genauso verständlich, wie das riesige Faltblatt zuvor.

Die Minifiguren

Neben dem braunen Pferd, samt rotem Sattel, sind in diesem Set zwei Minifiguren enthalten. Die Dame mit den roten Haaren hat leichte Sommersprossen auf der Nase und einen recht seltenen Torso, welcher nur in zwei Sets zum Einsatz kam. Wer sich nun an die Aufkleber aus dem LEGO 6359 Pferdetransporter erinnert, wird feststellen, dass es das identische Logo mit dem Pferdekopf und dem Hufeisen ist. Hier entstand wohl noch eine kleine Hommage an die älteren Sets. Der rote Turnieranzug dagegen war recht beliebt bei verschiedenen Sets und wirkt zusätzlich mit den weißen Handschuhen sehr edel. Auch hier kam der schwarze „Bauarbeiterhelm“ als Reiterhelm zum Einsatz.

Anhand der Kleidung wird aber schon deutlich, dass es sich beim LEGO 6405 Paradisa-Set nicht um Rennpferde wie beim LEGO 6359 Set dreht, sondern um Turnierpferde.

Der Aufbau

Der Aufbau erfolgt nach dem Prinzip von 1986. Zuerst wird der Jeep gebaut, allerdings etwas kleiner und mit weniger Platz. Für einen Fahrer reicht es dennoch.

Mit den markanten rosa Akzenten der Paradisa-Reihe ist der Jeep fertig – der tatsächlich ein wenig an einen Wrangler erinnert, vor allem durch seine schicken breiten Reifen. Auch hier darf die Anhängerkupplung nicht fehlen.

Im Gegensatz zum zweiachsigen Trailer des LEGO 6359 Sets, wird dieser hier nur ein Einachser. Dafür erhalten die Paneele der Seitenwände nun keine Sticker, sondern sind bereits bedruckt – mit einer Palme. Eines der Symbole für die Paradisa-Reihe.

Das Dach des Trailers erhielt neue Elemente. So wurden 1992 nicht nur die beliebten 1×2 Rundbögen eingeführt, sondern auch die größeren 2×4 Slopes, die bis heute in vielen Sets Verwendung finden – so zuletzt auch im LEGO 10295 Porsche 911 oder im LEGO 75305 Scout Trooper Helm. Damit wurde beim Paradisa-Trailer der perfekte Platz für das Pferd geschaffen und das Außendesign etwas runder gestaltet.

Das Gespann im Zusammenspiel. Im Gegensatz zum weiß/roten Gegenpart aus dem Jahr 1986 wirkt das Paradisa-Set etwas leichter und nicht so bullig.

Doch damit ist das Set noch nicht zu Ende. Ein kleiner Stall wird noch errichtet. Dafür dient eine 8×16 Baseplate in light green. Eine der typischen Farben für Grundplatten in der Paradisa-Welt. Ein bisschen Heu darf nicht fehlen (einfach dargestellt durch gelbe Basic-Steine) und eine kleine Tränke, die auch bei Minifiguren als Tragetasche zum Einsatz kommt. Ganz toll sind die bedruckten Dachelemente. Ähnlich gestaltete Dächer gibt es zwar in modernen Sets auch noch, wie zum Beispiel bei dem Set LEGO City 60173 Festnahme in den Bergen – allerdings nur noch mit großflächigen Aufklebern.

Das fertige Set

Zusammen mit der kleinen Unterbringung für das Pferd bietet das Set schon einiges an Spielspaß.

Die Gegenüberstellung

Die beiden Hauptfeatures in den Sets sind sich schon sehr ähnlich. Unabhängig von der Farbgebung sollte für jeden Geschmack was dabei sein – der moderne offene Jeep oder der klobige alte Land Rover, der nur danach schreit, etwas ziehen zu wollen. Bei den Anhängern ist der rote Doppelachser klar mein Favorit, da er tatsächlich wie ein klassischer Pferdeanhänger aussieht und mit der Offenheit und den Türen mehr Funktionen bietet.

Beim Zubehör punktet das LEGO 6405 Paradisa Set mit der zusätzlichen Unterbringung für das Pferd und der zweiten zusätzlichen Minifigur, allerdings kann beim LEGO 6359 Pferdetransporter das gesamte Zubehör untergebracht und so perfekt mit auf die Reise genommen werden.

Mein Fazit

Schlussendlich bleibt alles eine Frage des Geschmacks. Ich möchte hier auch nicht die meinungsorientierte Plus / Minus Tabelle in Gegenüberstellung bringen, da es schlussendlich nur meine Meinung und kein finales, bindendes Urteil wäre. Ich bin großer Paradisa-Fan, aber mein persönlicher Favorit wäre in diesem Fall tatsächlich der ältere Pferdetransporter aus dem Jahr 1986. Die Farben sind klasse gewählt und der Trailer gefällt mir sehr gut. Die Aufkleber kann ich hier noch gerade so verschmerzen, auch wenn die Prints beim „Konkurrenten“ schon für sich sprechen.

Interessant ist, dass es für beide Sets auch die passenden Pferdehöfe gibt. Auf Seiten der Classic-Town Serie den LEGO 6379 Reiterhof mit Turnierplatz (von 1986) und bei Paradisa den LEGO 6419 Pferdehof (von 1992). Auch diese beiden Sets ähneln sich von der Aufmachung sehr. Vielleicht mache ich, wenn gewünscht, zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls Reviews zu den Sets. Was wäre ansonsten euer Favorit in diesem Vergleich?! Oder wäre gar eine wilde Kombination von beiden Sets denkbar?! Schreibt eure Meinung doch gern in die Kommentare!

13 Kommentare zu „LEGO 6359 Horse Trailer & LEGO 6405 Sunset Stables im Classic-Review-Vergleich“

  1. Interessante Altersempfehlungen – ab 7 für 144 Teile? Öhm, sowas wäre heute ab 5, mit der richtigen Anleitung sogar ab 4…

  2. Ach, Pferde. Warum macht Lego nicht mehr davon – in verschiedenen Reihen.
    Wenn meine Tochter den Lego-Katalog anschaut sucht sie zuerst die Sets mit Pferden…
    Hallo Lego, viiiiieeeelllle Mädchen lieben Pferde!!!

  3. Ich finde die Paradisa Serie großartig. Wäre schön gewesen, wenn Lego da am Ball geblieben wäre und nicht mit diesen ranzigen Minidolls für die Friends Serie angefangen hätte. Friends mit normalen Figuren…und vorallem mit ungeschminkten Tieren ohne riesige Glubschaugen hätte vermutlich auch funktioniert

    1. Dazwischen gab es noch „Belleville“, das wegen der riesigen Figuren nichtmal im Maßstab zum Rest passte – dagegen sind die Friends-Figuren echt schon eine Verbesserung…

      Andererseits hab ich im Herbst einer Bekannten und deren 8-jähriger Tochter beim Umzug geholfen und jedes Mal, wenn ich eine der Figuren in der Hand hatte „Laura, ist das eine von deinen Lego-Figuren, oder ist das ein Ü-Ei?“ 🙂

  4. Auch wenn das Legoland Set „realistischer“ aussieht und Paradisa imo nur eine eher kurze Lebensdauer hatte, so denke ich ganz subjektiv, das Paradisa genau DER Weg wäre den sich heute alle wünschen wie man Mädchenthemen und Farben ins normale Lego City integrieren sollte, um eine gemeinsame Spielwelt zu generieren, statt der krassen Selektion heutzutage durch Friends….

    Jedoch waren die 90iger doch noch eine andere Zeit und Lego bei Mädchen einfach nicht etabliert, sicher war Paradisa der Versuch es zu enden, aber da war Lego seiner Zeit doch wohl etwas vorraus und heute, wo sie „Everyone is Awsome“ feiern, diese Brandmauer zwischen Friends und City, dem Klischee „Mädchen spielen mit Puppenhäuser und Jungs mit Autos“ auch extrem überholt und wenn man schon den Regenbogen zelebriert, dann wird es ebenso allerhöchste Zeit, das dieses bunte Lifestyle auch in City wieder Einzug hält und legitim wird „Auch JUNGS dürfen mit Ponyhof, Poolparty und co spielen und nicht nur mit Feuerwehr und Polizei“ !!

    EVERYONE ist erst Awsome – wenn es keine schlanke klischeehafte Minidoll mehr gebraucht wird, um Mädchen an Lego ranzuführen und Jungs von Pastelfarben fern zu halten, wenn es PARADISA wieder geben darf, ohne das Väter Angst um die Männlichkeit ihrer Söhne haben müssen und Mütter um die Weiblichkeit ihrer Töchter bangen, weil diese nicht mit Puppen spielen möchte !!

  5. Das besondere am City-Pferdeanhänger war auch, dass er eines der wenigen ersten Sets war, bei denen Teile nicht im üblichen 90 Grad-Raster, sondern schräg (Anhängertüren) verbaut wurden. Heute völlig selbstverständlich, damals fast Blasphemie.

  6. bausteinchen

    Tja – für mich reduzieren sich die Sets auf – 1x Pferd und 1x Pferd+Dachelemente+Grundplättchen

    the winner is: Paradisa

  7. Zwei schöne Modelle aus einer Zeit, als Lego Fahrzeuge noch nicht so unschön aufgebläht waren wie heute. Das ältere Modell gefällt mir sogar noch etwas besser, beim Paradisa-Gespann wirkt der Trailer doch etwas „klumpig“.
    Ich habe mir für den roten Jeep seinerzeit noch seitliche Schwimmkörper aus 1×1 Rundsteinen gebaut, damit schwomm das Modell dann tatsächlich stabil.

  8. Yeah, endlich wieder ein Classic Review 🙂
    Ich finde das ältere Set etwas besser, der Jeep ist einfach genial. Der könnte sogar noch super getunt werden mit den federnden Achsen, die es später gab, z.B. beim 6660 (fände ich als Review auch gut ;-)) Das Paradisa Set überzeugt aber mit einer weiteren Figur und dem kleinen Stall…
    Und ja ich würde mich sehr über ein Review der beiden Pferdehöfe freuen.

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