LEGO 6271 Imperial Flagship von 1992 im Classic-Review

LEGO 6271 Imperial Flagship von 1992 im Classic-Review

Imperial Flagship? Schon wieder?! Das hatten wir doch erst bei einem Classic-Review?! Korrekt – aber heute geht es um den Klassiker aus dem Jahre 1992. Dieses Jahr brachte so einige Veränderungen in die LEGO Piratenwelt. Das auffälligste Merkmal ist wohl das Ende der schicken gelben Verpackungen mit dem typischen LEGOLAND Schriftzug.

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LEGO entschied sich ab 1992 die verschiedenen Themenbereiche mit unterschiedlichen Farben auszustatten – somit noch einmal ein letzter (trauriger) Blick auf die 1989er Sets, wovon ich euch bereits einige vorgestellt habe, bevor es nun mit der „neuen Generation“ losgeht.

Die Verpackung

Die Piratensets erhielten einen violetten Farbton, mit dem ich mich persönlich nie so recht angefreundet habe. Ein weiteres Merkmal ist der neu eingeführte SYSTEM-Schriftzug, welcher ab nun auf den meisten Sets zu finden war.

Starten wir mit den Abmaßen der Box, diese belaufen sich auf 38 cm in der Breite, 28,5 cm in der Höhe und 7,5 cm in der Tiefe. Die Front zeigt unser fertiges Modell mit netter Illustration.

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Die Rückseite schlägt wieder ein paar kreative Bauideen vor, zu welchen es keine separate Anleitung gibt.

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Wird der obligatorische Frontdeckel geöffnet, erhält man den Blick auf drei Schaufenster, diese wiederum geben eine Vorschau auf den Inhalt.

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Der Frontdeckel selbst zeigt ein paar Details unseres Modells und den kleinen, dezenten Hinweis, dass das Schiff nicht schwimmfähig ist, obwohl ich da einen Norddeutschen kenne, der dies bestimmt auch ausprobieren würde.

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Der Preis meines Sets betrug damals 79,95 DM. Dafür erhielt der Käufer ungefähr 300 Elemente. Darunter einige Großteile bzw. Segel. Ein Teilepreis ergibt sich demnach von ca. 25 Pfennig. Zu viel? Angemessen? Darüber kann wieder jeder für sich selbst philosophieren.

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Der Inhalt

Im Karton finden wir die typische transparente Plastikeinlage mit Fächern für besondere Teile und den Minifiguren.

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Ebenso ist ein extra stabiler Karton enthalten, der der Umverpackung die nötige Stabilität gibt, sowie zusätzliche Einlagen. Diese sind natürlich der Außenfarbe angepasst und nun auch in einem helleren Violett.

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Selbstverständlich befindet sich auch eine Bauanleitung in der Schachtel, dazu ein kleines typisches Service Heft und ein kleines Highlight – ein cooles Piratenposter! Auch diese Poster wurden mit der SYSTEM Reihe bei diversen Sets mit eingeführt und gab es in unterschiedlichen Ausführungen.

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Die Bauanleitung umfasst insgesamt 16 Seiten mit 20 Bauschritten. Es werden wie üblich keine Teile für den jeweiligen Schritt vorgegeben – aber ganz ehrlich, das braucht es auch nicht.

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Das entfaltete Poster hat die Maße von 59×42 cm. Mein Set wird nicht aus dem Anfangsjahr 1992 stammen, sondern vermutlich aus einer späteren Auflage, denn auf dem Poster sind bereits der „Skull’s Eye Schooner“ (6286) und der „Rennegade Runner“ (6268) aus dem Jahr 1993 zu sehen, welche ich in späteren Reviews natürlich auch noch vorstellen werde. Und ja, ihr seht richtig, es gab tatsächlich mal zeitgleich drei „Piratenschiffe“.

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Die Minifiguren

Wie immer gehört zu einem Schiff auch eine Besatzung. In diesem Fall liegen vier Figuren dem Set bei. Diese erschienen im Jahr 1992 erstmals in der Bekleidung – ausgenommen hier der einfache Pirat. Die sogenannten Rotröcke ersetzten die alten Blauröcke. Ein Vergleich zeige ich am Ende des Reviews.

Auffällig ist bereits hier, dass alle Minifiguren verschiedene Gesichter haben, wenn auch nur einseitig bedruckt. So haben wir den klassischen Piraten, der 1989 eine der ersten Figuren mit mehr als nur einem Lächeln im Gesicht war. Der Offizier rechts daneben hat ein neu eingeführtes Gesicht, das 1992 in verschiedenen Piratensets benutzt wurde. Der Admiral ganz rechts bekam ebenfalls ein neues Gesicht, welches in drei Sets schlussendlich Verwendung fand (von 1992 bis 1995).

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Üblich für die damalige Zeit – keine bedruckten Rückseiten der Torsos.

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Das Schiff

Hat man also die 20 Bauschritte erfolgreich absolviert, steht das kleine Schmuckstück mit einer Gesamtlänge von 46 cm, in der Höhe mit 37 cm und Breite von 12,5 cm vor einem.

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Starten wir am Bug des Schiffes. Eine richtige Galionsfigur sucht man hier leider vergebens.

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Genauso sieht es mit dem Anker aus. Auch dieser wurde leider eingespart.

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Dagegen gibt es zwei schusskräftige Kanonen an Bord mit je sechs Kanonenkugeln. Das Schiff hat beidseitig Luken, so dass man entweder die Kanonen selbst hin und her wechseln kann, je nachdem, aus welcher Richtung der Feind gerade kommt, oder es wird die Ausstattung noch mit zwei weiteren Kanonen ergänzt.

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Eine Schatztruhe voller Gold darf auf keinen Fall fehlen. Insgesamt acht der glänzenden Taler sind im Set enthalten.

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Zwei Highlights das Schiffes kommen am Steuerrad. Einerseits haben wir den Kompass, der auch tatsächlich funktioniert! Sprich, dreht sich das Schiff, dreht sich auch der Kompass. Heutzutage würde sicherlich ein Aufkleber für so ein Element herhalten müssen.

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Und andererseits haben wir das Steuerrad selbst. Erstmals konnte damit auch tatsächlich das Ruder am Heck bewegt werden. Eine total simple, aber clevere Lösung, welches das Ganze noch realistischer machte. Es wurden einfach Kegel am Steuerrad befestigt …

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… und dazwischen eine 1×10 Platte direkt vom Heckruder gelegt. Damit war die Verbindung geschaffen und beim Bewegen des Steuerrades, bewegte sich auch das Heckruder. Schiff ahoi!

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Neben dem schönen, gelb abgesetzten Fensterläden, gab es auch zwei blaue Laternen am Heck. Bis heute kam diese blaue Variante nur in drei Sets vor, was den Preis doch teils erheblich hoch hält, für dieses eigentliche Palmenelement. Und wie schnell ist so eine einfach angeclipte Laterne mal abgefallen und verloren gegangen?!

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Ebenfalls neu eingeführt wurden die verkürzten Takelagen.

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Und kein Segelschiff ohne die passenden Segel. So hat auch dieses Schiff drei spezielle, einmalige Segel bekommen. Darauf zu sehen ist zwei Mal das große Wappen der Rotrock-Soldaten. Das Dreieckssegel am Bug dagegen blieb blanko.

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Unterschiede zu den Blauröcken

Nun mag man glauben, mit Einführung der neuen Soldaten hat sich einiges geändert und man erhält total neue Figuren – aber beim genaueren Hinsehen merkt man schnell, eigentlich ist alles beim Alten, nur der blaue Farbtopf wurde gegen einen Roten ausgetauscht. Ich habe als Vergleich den Caribbean Clipper (6274) genommen, da dies der direkte Vorgänger ist.

Die Form der gedruckten Jacken ist wirklich identisch, selbst das Gesicht trägt das gleiche Design – nur wurde aus dem schwarzhaarigen Admiral ein Rothaariger. Außerdem darf der ’92er Kollege nun weiße Handschuhe tragen. Was auffällt, dass die Druckqualität doch schon sehr unterschiedlich war und es heute diesbezüglich deutlich weniger Abweichungen gibt – aber irgendwie hat das wieder mehr Charme.

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Das gleiche Bild auch bei dem Soldaten-Torso. Identische Machart – anderer Farbtopf.

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Bei den Fahnen dagegen gibt es etwas mehr Unterschiede. Zwar blieben die zwei gekreuzten Kanonen erhalten, wirken nun aber plastischer und die Krone ist etwas gewachsen. Zudem wurden aus einem Kreuz nun Streifen.

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Ein weiterer Unterschied liegt auch in der Breite des Schiffsrumpfes. So haben beide die ungefähr gleiche Länge, aber der Caribbean Clipper ist 16 Noppen dick und das Imperial Flagship hat nur noch zwölf Noppen in der Breite.

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Mein Fazit

Das Imperial Flagship von 1992 ist eines der schönsten Segelschiffe, wenn auch nicht das Größte. Durch seine markanten Segel und seiner schlankeren Form wirkt es sehr elegant, gerade auch im Bezug auf den Caribbean Clipper, was mir persönlich mehr gefällt. Es fehlt zwar ein Anker, dafür lässt sich aber das Ruder steuern. Vielleicht hätte LEGO auch noch den ein oder anderen Soldaten mehr dazu packen können, aber irgendwas ist ja immer.

Im nächsten Classic-Review von mir wird es dann erstmalig ein Review samt Unboxing geben, worauf ich mich schon sehr freue, ein altes Set auszupacken – denn schließlich braucht das Imperial Flagship auch einen Hafen zum Anlaufen.

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