Die großen Highlights aus dem Prämierenjahr der LEGO Piraten habe ich euch bereits präsentiert. Doch um das Jahr 1989 abzuschließen, möchte ich heute noch auf zwei der kleineren Sets in einem Doppel-Review eingehen. Dabei handelt es sich einmal um das Set 6265 „Sabre Island“ („Gouverneurs-Vorposten“) und einem kleinen Starterset, dem 6235 „Buried Treasure“ (ganz spektakulär „Pirat mit Schatztruhe“).

Die Verpackungen:

Der ein oder andere Nostalgiker wird nun verwundert sein, aber ja, es ist wahr, beide Sets hatten ausnahmsweise mal keine Klappe am Karton zum Öffnen, bei diesen Sets hielt tatsächlich ein handelsüblicher Karton ohne viel Schnick und Schnack her. Beide Kartons haben die bis heute bei vielen Sets übliche Eindrücklasche – die ich persönlich gar nicht mag.Die Verpackung des 6265er Sets hat die Maße von 24 cm in der Breite, 14,5 cm in der Höhe und 6 cm in der Tiefe. Auf der Rückseite befinden sich vier verschiedene Bauideen, welche aus den vorhanden Steinen realisiert werden können.

Ein Preisetikett zeigt uns glücklicherweise, wie viel man damals dafür im örtlichen Handel bezahlen musste.

Die Verpackung des Piraten ist für meine persönliche Sammlung ein kleines Highlight. Es ist mit seinen Maßen von 9,5 cm in der Breite, 7 cm in der Höhe und 4,5 cm in der Tiefe eine Miniaturvariante der großen Sets. Es ist alles vorhanden, wie auch auf den großen Packungen, selbst mit den typischen Bauideen auf der Rückseite – nur der Maßstab ist, man möge es mir verzeihen, einfach nur niedlich!

Einige wissen es vielleicht, aber die Kartons der ganz kleinen Sets heute noch zu ergattern, ist sehr schwer, um so stolzer bin ich immer noch auf diese kleine Schmuckstück – und der Preis war damals sehr heiß, doch ob gerechtfertigt, das sehen wir später.

Die Bauanleitungen:

Wie immer beinhalten die Sets eine Bauanleitung, auch wenn man für beide Sets fast keine braucht. Das 8-Seiten starke Heft des Gouverneurs-Vorposten bebildert in insgesamt zehn Schritten den Aufbau des Sets. Mein Exemplar sieht leider nicht mehr sonderlich gut aus, aber vielleicht hat ja einer der Leser eine Bauanleitung des Sets in guten Zustand übrig – einfach eine E-Mail an das  PROMOBRICKS Team, ich würde mich sehr freuen!

Die Bauanleitung der kleinen Piraten-Schatzinsel dagegen ist auf einem länglichen, mehrfach gefaltetem Blatt gedruckt – ähnlich wie man es heute zum Bsp. aus vielen Polybags kennt. Fünf Bauschritte sind nötig, dann steht die Mini-Schatzinsel vor einem.

Die Minifiguren:

Das Blaurock-Set bietet insgesamt drei Minifiguren – Haustiere waren nicht Willkommen auf dem Vorposten. Dabei sind zwei Soldaten, jeweils mit Rucksack, roter Epaulette und dem typisch hohem Soldaten-Hut. Dazu ein Offizier mit gelber Epaulette, Tricorne Hut und einem haarig bedrucktem Kopf.

Die kleine Schatzinsel bietet einen einfachen Piraten mit rotem Kopftuch, blau-weiß gestreiften Hemd und ebenso den bärtigen Kopf. Er hat ausserdem einen tierischen Begleiter, den klassischen Affen.

Die Modelle:

Kommen wir nun zu dem, was nach Fertigstellung der Bauanleitungen vor uns steht. Angefangen wieder beim größerem Set, dem Vorposten.

Die Anzahl der zusammenklemmenden Steine ist recht übersichtlich. Ich habe 81 Teile (ohne Minifiguren) gezählt. Der Aufbau erledigt sich in gemütlichen fünf Minuten und dann ist es vollbracht.

Die Highlights sind natürlich schnell erzählt, eine schussbereite Kanone, eine idyllische Palme, die große wunderschöne Blaurock Fahne und das tolle Wandelement mit Mauerdruck! Richtig – Druck! In diesem Set gibt es keine Aufkleber. Ebenso fast einzigartig ist die 16×16 Noppengroße bedruckte Grundplatte, die nur ein weiteres Set noch bot. Und falls jemand noch kein Ruderboot hatte, hier gab es wieder eins dazu.

Die Schatzinsel bietet insgesamt 22 Teile – inkl. aller acht Goldmünzen. Der Zusammenbau erfolgt hier in ein paar Sekunden und fertig ist auch dieses (niedliche) Set.

Mein persönliches Highlight sind hier eindeutig die Goldmünzen. Ich liebe diese kleinen glänzenden Stücke.

Wie Anfangs schon angesprochen, kommen wir noch kurz zu den Preisen der Sets. Der Vorposten schlug mit 28,95 DM zu buche, bei 81 Teilen + drei Minifiguren, was einen Teilepreis von ca. 35,7 Pfennig macht. Die Schatzinsel wurde für 3,95 DM und 22 Teilen plus eine Minifigur und einem Affen verkauft. Ergibt einen Teilepreis von ca. 17,9 Pfennig. Auch hier überlasse ich wieder jedem selbst, sich ein Urteil über die Preisstruktur zu bilden.

Mein Fazit:

Ich finde beide Sets klasse. Der Vorposten bietet eine perfekte Ergänzung zum Gouverneurs-Kastell 6276 und die kleine Schatzinsel kann überall in die Piratenlandschaft integriert werden. Generell bin ich ein Freund der kleinen vier bis fünf DM Sets, vielleicht auch, weil mit so einem kleinen Set meine LEGO Leidenschaft begonnen hat. Damit möchte ich den ersten Piratenabschnitt aus dem Jahre 1989 abschließen und hoffe, euch hat bis dahin die kleine Reise durch eine Auswahl der Sets gefallen.

26 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    vielen Dank für die schöne Vorstellung. Entweder bin ich aber Falsch informiert, oder mir fehlen noch ein paar Piratensets in deiner Vorstellung. Ich vermisse 6251, 6255, 6257 und 6260.

    Ansonsten eine tolle Seite wo ich gerne unterwegs bin.
    Gruß, Ansgar

    • Hallo Ansgar, das ist auch korrekt. Ich habe auch geschrieben, dass es sich um eine Auswahl handelt. Ich habe meine Highlights rausgepickt, wo ich mir dachte, die sind lohnenswert zu zeigen. Ich denke, dass das auch reicht zu dem Jahrgang. Ich werde dann demnächst weitermachen mit den Jahren 1991 bzw 1992.

  2. Danke wieder für die tollen Classic-Reviews, ich liebe das!
    Hatte ich beide damals zu Weihnachten bekommen…schön war’s 🙂
    Beide Sets sind heute sehr gut erhalten recht günstig zu bekommen – Habe mir beide erst neulich für meine Vitrine wieder zugelegt.

    • Genau das habe ich auch gedacht… das geht mal an alle, die sich über die aktuelle Preisgestaltung beschweren:
      Wenn Sie die beim Falcon zugrund gelegt hätten, lägen wir da bei ca. DM 1875, also knapp EUR 950?!?! Und das lässt sich auf alle neue Sets übertragen.
      Vielleicht möchte man das für kommende „horrende“ Preise mal im Hinterkopf behalten 🙂

      • 950 Euro ist ja gar nicht so extrem weit vom aktuellen Set entfernt. Wenn man aber bedenkt, was man 1989 gegenüber heute an Nettolohn im Mittel oder besser im Median hatte, dann war das ganz schön happig seinerzeit.

        Mag seinerzeit auch am teureren Print gelegen haben.

    • Goldene Zeiten für uns, weil wir jung waren. Aber heute gibt es mehr tolle Modelle als seinerzeit, detaillierter und oft deutlich mehr Bauspaß!

  3. Also so langsam reicht es aber auch mit den alten Kamellen…. war Spaß!!! Ein tolles Erlebnis die Reviews zu lesen und sich an früher zu erinnern! Danke Daniel

  4. Naja, ob da wirklich jeder 28,95 DM für gezahlt hat bleibt mal so dahingestellt. Für die Spielwarenhändler waren das von der Marge natürlich auch goldene Zeiten – da war so mancher Preis über dem UVP, denn welcher Kunde konnte da schon vergleichen?

  5. Ich habe mal ein paar Fragen bezüglich der alten Steine: Auf dem Bild ist zu sehen, dass die grauen Zäune schon die offenen Noppen auf der Unterseite haben. Waren die Steine so original in dem Set von damals enthalten? Die Platten wurden dann ja auch irgendwann unten hohl. Weiß jemand, ab wann das geändert wurde. Leider unterscheidet bricklink das nicht.

    Ansonsten ist das mal wieder ein schöner Artikel.

    • Ja das waren sie. Die offenen Noppen auf der Rückseite kamen eher schleichend immer mehr dazu. So gab es ja zB die klassischen 1×4 oder 1×8 Platten mit geschlossenen Noppen. Irgendwann Ende der 80er wurde das immer mehr gemischt. So kam es zB auch vor, dass in einem Set die gleichen Platten mal mit geschlossenen und mal mit offenen Noppen gab. Warum, wieso, weshalb genau kann ich aber auch nicht sagen. Man erkennt aber zB alte Platten mit offenen Noppen auch ein kleinen Details, dass diese aus der älteren Generation stammen, zB an der Mini-Teilenummer, die anders aussieht von der Schriftart, als bei neueren Steinen, oder sind bei neuen Platten auch auf dem Rand der Rückseite solche Halbkreise, die die alte Generation auch nicht hat…

      • Danke für die Antwort. Das mit der Mini-Teilenummer bei den alten Platten wusste ich noch nicht. Muss bei Gelegenheit dann mal in der Sammlung die Spreu vom Weizen trennen.

  6. zusammenklemmende Steine…:) gutes Review. Hab das kleine Set auch (glaube ich zumindest. Es gab ja ein paar Sets, die fast gleich aussahen…:))

  7. Sehr schön. Da werden Erinnerungen wach. Von den Piraten hatte (und habe) ich damals alles. Verstaubt heute leider bei meinen Eltern. Aber auf Kurz oder Lang hole ich das alles noch zu mir 🙂

  8. Danke für das tolle Review! Sabre Island 6265 ist eines meiner Lieblingssets aus der Kinderzeit… Schon ein paar Jahre her, aber immer noch toll anzuschauen.

    Wie würde es mich freuen, wenn LEGO endlich mal diese Sticker abschaffen würde, die heutzutage flächendeckend zum Einsatz kommen (selbst bei den hochpreisigen Sets!).

  9. War mit meinem Jüngsten (8) neulich beim lokalen Lego-Gebrauchthändler, da hat er ein gebrauchtes 6251 (Piraten-Figuren) mit OVP und Anleitung für nen Zehner ergattert…
    Gefällt ihm so gut, jetzt will er mehr davon
    Von wegen immer nur Ninjago, Classic Lego rulez!

  10. An dieses Set erinnere ich mich noch ganz genau. Das hab ich auch geliebt. OVP und BA Top Zustand. Bin durch puren Zufall drauf gestoßen. Fast 10 Jahre nach VÖ hab ich es in einem kleinen familiären Spielwarenladen in einer Seitenstrasse meiner Heimatstadt entdeckt. Zum ähnlichen Preis. Sofort mitgenommen. Ich weiß, dass der früher viele ältere Sachen hatte. Selbst das Piratenschiff hatte er noch bzw. zu diesem Zeitpunkt beide. Leider hatte ich nicht genug Taschengeld…so musste das Schiff noch weiter 7 Jahre warten (aber da natürlich woanders gekauft).

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