LEGO 218 Feuerwehrfahrzeuge von 1977 im Classic Review

Ein Set mit der LEGO Großkopf Familie.

LEGO 218 Feuerwehrfahrzeuge

Dieses Mal möchte ich euch ein etwas älteres Set im Classic Review vorstellen: Die LEGO 218 Feuerwehrfahrzeuge aus dem Jahr 1977. Dieses Set kam ein Jahr vor der Einführung der legendären Minifigur auf den Markt. Zwei Modelle aus der Großkopf Familie habe ich euch schon im Rahmen unserer LEGO Classic Review Reihe vorgestellt: Die Red Indians und das kleine Flugzeug mit Pilot. Die Figuren mit den großen Köpfen kamen im Jahr 1974 auf den Markt und sind dann bis 1982 in den sogenannten „Homemaker-Sets“ noch verwendet worden. Die Homemaker Sets sollten damals eher die Mädchen ansprechen, es gab da Küchen, Krankenhäuser, Schulen und so weiter.

Sogar im LEGO Idea Haus in Billund ist ein Teil des hier vorgestellten Sets ausgestellt. Leider ist das Idea Haus nicht ohne weiteres besuchbar, es wird für Nicht-Mitarbeiter nur für besondere Touren geöffnet.

Im Prospekt von 1978 wurden diese Sets auch noch beworben, parallel zur Einführung der Minifigur.

Die Verpackung

Die Schachtel ist recht groß und kann aufgeschoben werden. Mit ca. 36x24x5cm gehörte sie damit mit Sicherheit zu den Highlights im LEGO Verkaufsregal. Rundherum sind Modelle abgebildet, teils B-Modelle ohne Bauanleitung. Hier war wie damals meist üblich die Fantasie der Kinder gefragt. Die Altersempfehlung ab drei Jahren halte ich allerdings für sportlich. Da haben die Eltern sicherlich eifrig mitgebaut.

Die Einzelteile

Ein paar schöne und seltene Teile sind hier dabei. Der invertierte Dachstein war 1977 relativ neu. Beachtet den Unterschied zu den neuen Steinen! Natürlich darf bei Feuerwehrfahrzeugen die Drehleiter nicht fehlen. Die Kupplungen für die Anhänger gab es schon seit 1971. Die Räder sind noch aus der LEGO Anfangszeit des Rades, sie können von vier Seiten aus in den Haltestein gesteckt werden. Das Kranteil mit Haken ist sehr alt. Das erste Mal kam es in einem Lenklaster 1967 zum Einsatz, damals allerdings mit schwarzer Trommel. Die Schnur wurde leider im Laufe der Zeit erneuert.

Die Bauanleitung

Wie in den 70iger Jahren üblich, waren die Bauschritte doch recht grob. Gedruckt wurde die Anleitung übrigens in Deutschland bei H. O. Persiehl/ Hamburg. Das Prospekt habe ich nur dazugelegt, von 1977 ist leider in meiner Sammlung kein Katalog vorhanden, in dem dieses Großkopf Set abgebildet ist.

Die Figuren

Wenn ihr euch die Figuren anseht, versteht ihr sicher sofort, warum diese Großkopffiguren heißen. Eingeführt wurden sie 1974 mit dem legendären Set Nummer 200. Es gab Frisuren, verschiedene Helme oder Kappen und sogar Cowboy-Hüte für diese Figuren. Auch mit längeren Armen konnten sie gebaut werden. In diesem Set haben allerdings alle Feuerwehrmänner die kurzen Ärmchen. Im ersten Bild sehr schön zu sehen: Größen Unterschiede zu der Minifigur und die Höhe der kleinen Figur von exakt vier Steinen ohne Kopfbedeckung. Alles ist im System!

Der Feuerwehrhelm wurde nur in diesem Set verwendet. Den Schlüsselanhänger gab es zu einer Promo-Aktion von LEGO zugeschickt. Er stammt noch aus meiner Kindheit und ist verklebt.

LEGO 218 Feuerwehrfahrzeuge

Über den Zusammenbau muss ich hier nichts schreiben, recht kompliziert ist er nicht. Die Fahrzeuge sprechen für sich, mir gefallen diese einfachen und noppigen Modelle! Die Fahrzeuge sind super bespielbar und auch sehr stabil.

Mein Fazit

Mit Schachtel und Anleitung sind die größeren Sets mittlerweile recht schwer zu bekommen, vor allem in gutem Zustand. Wenn ihr in einem Konvolut einmal solche Teile seht, macht euch doch die Mühe und baut so ein Set zusammen. Es ist ein Stück LEGO Geschichte! Meine Feuerwehrfahrzeuge werden auf jeden Fall jetzt erst einmal einen Platz in der Vitrine bekommen, bis wieder was neues Altes kommt.

Der Steckbrief

Artikelnummer: 218
Set-Name: Feuerwehrfahrzeuge
Baureihe: Großkopf
Teilezahl: 274
Erscheinungsjahr: 1977
Bauzeit: ca. 1 Stunde
Altersfreigabe: ab 3 Jahre
Verkaufspreis: nicht bekannt

Stamm-Autor
  1. Das damalige grobe Design lud geradezu dazu ein, die Modelle umzubauen und der Phantasie freien Lauf zu lassen. Heute sind die Sets mit den tausenden Spezialteilen so durchgestylt, dass man sie kaum noch sinnvoll verändern kann.

    1. nur wenn lego heute noch so aussehen und funktionieren würde, wären wir wohl alle nicht hier. weil dann gäbe es das phänomen afol wohl eher nicht.
      dann wären wir nicht mit 12, sonder mit 6 in die dark ages gegangen und auch nicht daraus zurückgekehrt.

      1. Leider funktioniert Lego heute eigentlich nur noch als Vitrinen zeugs. Damals hatte man noch Steine, da gings vorwärts. So sehr ich auch Fan von so manchen Sets wie dem Angelladen bin. Mit den blockigen Steinen könnte man einfach viel schneller Häuser oder Strukturen bauen.

        1. das ‚heute‘, auf das du dich beziehst, muss dann aber schon vor mindestens 30 jahren angefangen haben.

          die ältesten sets meiner kindheit sind etwa von 1988, die jüngsten etwa von 1997. und selbst da wurden schon kaum mehr klassische 2×2 und 2×4 bricks verbaut.
          die meisten Xx2 bricks, die ich aus der zeit noch habe, dürften aus basic-steine-boxen stammen.
          und andere „normale“ bricks , z.b. Xx1, dürften heute in absoluten zahlen nicht weniger verbaut sein, einfach weil die sets heute komplexer sind und deutlich mehr teile haben.

          nostalgie ist halt ein zweischneidiges schwert. das wohlige gefühl, das sie uns beschert, trübt nicht selten unsere objektive wahrnehmung. und da will ich mich selbst auch gar nicht ausnehmen.

          wenn man die „ursprüngliche“ lego erfahrung sucht, muss man ehrlicherweise schon sehr weit zurückgehen.
          und wenn man sich die oben besprochenen sets ansieht, dann hat das natürlich einen historischen wert. aber darüber hinaus dürfte das selbst sechsjährigen schon zu primitiv sein.

    2. Sorry, aber die alten Sets sehen einfach schrecklich aus. Auch wenn es „Geschichte“ ist, will ich sowas nicht haben. Und auch heute gibt es eine hervorragende Reihe für kreatives bauen, nennt sich Creator 3in1 und hat weitgehend sinnvolle Teile zum verbauen.

    3. Die heutigen Sets kann man viel besser umgestalten als diese uralten Sets (siehe Rebrickable B-Modelle).
      Die heutigen Sets sind so durchgestylt und komplex, dass man einfach mehr drauf haben muss, um etwas vergleichbar durchgestyltes draus zu bauen. Denn wenn man das Selbstgebaute mit Kauf-Sets vergleicht, ist der Anspruch, dass der MOC zumindest nicht viel schlechter aussieht. Das ist heute eben schwerer als früher, wo das Feuerwehrauto aus zehn 2×4 Steinen bestand und man die zehn Steinchen irgendwie zu einem kantigen Flugzeug zusammensteckte.
      Und dann kommt hinzu, dass die meisten früher als Kind sowieso mehr – oder überhaupt noch – sowas wie Phantasie besaßen.

      „Das damalige grobe Design lud geradezu dazu ein, die Modelle umzubauen und der Phantasie freien Lauf zu lassen“
      -klar, wenn das teuer gekaufte Set scheiße aussieht. Heutzutage wird jedes Set in Grund und Boden kritisiert – und wenn es nur die Aufkleber sind. Hier spricht natürlich keiner mehr von Phantasie und Umbaumöglichkeiten. Ist schließlich zu anstrengend mit den vielen verschiedenen Steinen.

    4. Also Schorsch, dass glaub ich bald nicht mehr bei Dir.

      1. Das ist in meinen Augen quatsch. Erst die heutigen Möglichkeiten bitten diverse Umbaumöglichkeiten. Der Phantasie ist in beiden Fällen freien Lauf gelassen.

      2. Ein klassisches Review, welches wieder toll gelungen ist und an die gute alte Zeit erinnert, so zu kommentieren, als Zweiter und in dieser Form steht dir überhaupt nicht. Ich verfolge Deine Antworten schon länger, aber hier verstehe ich Deine sonst so kreative Kritik überhaupt nicht… Schade…

      3. Manchmal finde ich in anderen Sammlungen die ich kaufe auch noch diese alten Großkopf-Figuren. Leider fehlt bis heute so ein Feuerwehrhelm. Da muss ich weiterschauen. Der gehört einfach in eine Sammlung dazu. Das Set selber hab ich tatsächlich nirgends gefunden. In den Katalogen von 1977 aus England und den Niederlanden waren sie ebenfalls nicht vorhanden. Allerdings dafür interessante andere Sets, die durch dieses Review einfach auch mal wieder in den hinterkopf rücken. Danke an den tollen Bericht…

  2. Ich liebe Classic Reviews – immer wieder toll!

    Für mich persönlich, Jahrgang 1983, ist das in Gänze aber etwas zu rudimentär.
    Die Figuren kenne ich aber noch von meinen älteren Geschwistern und Cousins – die Minifiguren sind das ganz klar ein richtiger Fortschritt gewesen.

  3. Eine super Idee. Alte Sets nochmal zeigen. Ich weiss nicht warum aber ich fand die alten Sets mit den gelochten Tüten, dem Aufklappdeckel mitDisplay, demgelben Rand der Kartons etc soooooo toll.

  4. Interessant. Sehe ich zum ersten Mal hier. Danke! Spannend das die alten Figuren unterschiedliche Gesichter haben und die aktuelle Minifigur Jahrelang nur eins hatte…

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