LEGO 10261 Creator Expert Roller Coaster im Review

LEGO Coaster

Eines der wohl am meisten mit Spannung erwarteten Sets ist der LEGO Creator Expert Roller Coaster (10261), der seit heute im VIP-Vorverkauf erhältlich ist. Wir haben das Set bereits zusammengebaut und möchten es euch in einem ausführlichen Review vorstellen.

Die Verpackung:

Die sehr große Schachtel (ca. 58x48x18cm) ist reich bebildert. Außerdem sind die Abmessungen des fertigen Modells abgedruckt: 88cm lang und ca. 51cm hoch. Ich möchte noch ergänzen, dass die Achterbahn ca. 40cm tief ist.

Auf der Rückseite wird auf die Möglichkeit hingewiesen, die Bahn mit Power Functions aufzurüsten. Auf die Erweiterung mit LEGO Boost wird hier noch nicht hingewiesen.

Die vielen Bilder auf der Schachtel machen Lust auf das Bauen. Um es vorweg zu nehmen: es bleibt bei der Vorfreude, das Zusammenbauen der Achterbahn hat durch den Bau der vielen Säulen und Streben wenig bauliche Highlights.

Der Inhalt:

Die Packung ist mit den über 4.000 Teilen und den schweren Bauanleitungen gut gefüllt.

Es dürften insgesamt über 40 einzelne Tüten sein, ich habe sie nicht gezählt. Auch sind nicht alle Bags lose in der Box, einige sind in zwei extra Schachteln verteilt. Das System kennen wir ja mittlerweile schon von anderen großen Sets. Kommen wir also zu den besonderen Teilen.

Das Kernstück der Bahn sind natürlich die Achterbahnschienen. Hier sind sieben verschiedene Schienen dabei. Andere richtig neue Teile habe ich nicht gefunden. Alles wird mit vielen Standartteilen gebaut. Vor allem mit den 2×2 runden Steinen.

Davon sind 530 Stück dabei. Auch Platten, Clips und 2x2er runde Plates gibt es hier in großen Mengen.

Die Bauanleitung:

Der Zusammenbau ist auf zwei Anleitungen verteilt. Das gefällt mir, ich habe nicht gerne eine über 400 Seiten dicke Anleitung.

Beide Anleitungen haben insgesamt 440 Seiten, in denen dann in 475 Schritten der Zusammenbau erklärt wird. Am Ende des zweiten Buches wird der Einbau der Power Functions gezeigt.

Danach wird auch noch auf die Verwendung von LEGO Boost hingewiesen. In der App soll wohl unter Coaster das Programm für die Achterbahn sein. Stand heute (16. Mai 2018) ist dort aber noch nichts zu finden. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald das Programm-Update verfügbar ist.

Auch ein großer Stickerbogen ist dabei. Über die Unsäglichkeit von billigen Aufklebern in einem nicht lizenzierten über 300 Euro teuren Set brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Ich denke, da gibt es keine zwei Meinungen.

Die Minifiguren:

Elf, ja, ihr habt richtig gelesen, elf Minifiguren sind in diesem Set dabei. Das ist schon fast die Anzahl einer Collectable Minifiguren Serie.

Alle Oberkörper sind vorne und hinten bedruckt. Die Beine sind durchgehend nicht bedruckt.

Acht Figuren haben den Kopf beidseitig bedruckt. So könnt ihr verschiedene Achterbahn- „Gefühlsausbrüche“ darstellen.

Der Zusammenbau:

Die gesamte Achterbahn wird in zwei Module unterteilt. Somit könnt ihr auch nachher recht einfach die Bahn in zwei Teile zerlegen, damit sollte sie halbwegs sicher zu transportieren sein. Begonnen wird mit der rechten, hohen Seite. Eine große Grundplatte sucht ihr dabei vergeblich. Alles wird auf 16x16er Platten gebaut, das trägt auch zur Stabilität bei. Zu Beginn ist der Candy-Wagen zu bauen.

Dann wird das „Fundament“ für die Säulen gebaut. Das System ist immer gleich, die Säulen clipsen sich in das „Fundament“ ein und werden dadurch recht stabil gehalten.

Der Designer hat immer wieder kleine Szenen eingebaut, die für mich Highlights während der recht eintönigen Säulen-und-Streben-Bauerei waren. Wie zum Beispiel die Karte, um den richtigen Weg zur Achterbahn zu finden, zusammen mit einer netten Parkbank.

Die Bäume sind mit den neuen Blüten und Pflanzenteilen gemacht.

Und immer wieder diese Streben. Es sind bei weitem nicht alle gleich, aber das System wiederholt sich immer wieder. Allerdings war das bei diesem Set auch nicht anders zu Erwarten.

Neben dem Candy-Wagen gibt es natürlich noch das Ticket-Häuschen.

Der Verkäufer hat einen Drehstuhl, um auf der anderen Seite, wie wir es ja in den Vergnügungsparks gewohnt sind, Schnappschüsse der Fahrgäste zu verkaufen.

Zwischendurch werden immer wieder Schienen verbaut, eine willkommene Abwechslung.

Die Bautechnik des Coaster-Schildes hat mir gefallen. Ich würde sagen, eine typische Bauweise von Jamie Berard, dem LEGO Designer dieses Sets.

Mit den goldenen Rollschuhen und den verschiedenen Blautönen ein echt schönes Schild.

Nach einigen Stunden Bauzeit ist die erste Hälfte der Bahn endlich fertig.

Links könnt ihr die Verbindungsclips zur anderen Hälfte sehen.

So sieht der Grundriss der linken Hälfte aus. Der braune Weg ist jetzt noch gut zu erkennen. Auf dem Weg ist auch ein Saft-Stand.

Auch dieser ist, wie ich meine, sehr gut gemacht. Ich habe mich zuerst gewundert, warum nur eine Figur mit kurzen Beinen dabei ist, aber die sind für den Coaster zu klein.

Auch an einen Meter zum Messen der Größe der Fahrgäste hat Jamie gedacht. Sehr witzige, wie ich finde.

Wie ihr hier sehen könnt, werden die Säulen nicht auf einmal gebaut, sondern Stück für Stück.

Auch der Einlass zu den Wagen ist sehr realistisch nachgebaut. Wer schon einmal in der LEGOLAND Achterbahn mitgefahren ist, kennt diese Schleusen. Das Dach über dem Eingang hat eine sehr faszinierende Bautechnik.

Aus fünf dunkelblauen Räumschildern ist ein Dach entstanden, das zumindest ich so noch nicht gesehen habe.

Darunter ist die Steuerung für die Bahn. Mit dem rechten Drehrad wird die Kette bewegt, die die Wagen nach oben zieht. Links ist ein Hebel, mit diesem wird die Bremse betätigt. Wenn die offen ist, saust die Bahn durch und hängt sich gleich wieder hinten ein, um hochgezogen zu werden. Ist die Bremse betätigt, müssen die Wagen mit der linken Kurbel in Schwung gesetzt werden, um hinten wieder zur Kette zu kommen. Ein sehr ausgeklügeltes System, das bei mir sofort perfekt funktioniert hat.

Die linke Hälfte des LEGO Creator Expert Roller Coaster, bevor sie mit dem Rest verbunden wird. Um beide Teile zusammenbauen zu können, werden einige Streben und Schienen erst danach eingebaut.

Wenn ihr diese Teile herausnehmt, ist die Bahn wieder gut zu transportieren. Natürlich dürfen die Wagen bei einer Achterbahn nicht fehlen.

Das Bild täuscht etwas, sie haben nicht die gleiche Farbe. Der vordere Zug ist Blau, der hintere Medium Azzure.

Ganz zum Schluss muss noch die Kette eingefädelt werden.

Das war eine echte Fummelei. Vor allem wegen der Länge. Insgesamt besteht sie aus 203 Gliedern, was eine Gesamtlänge von 132 cm ergibt. Entweder ich habe mich beim Zusammenclipsen der Kette verzählt oder sie muss sehr stark spannen. Jedenfalls habe ich zur Entlastung ein zusätzliches Kettenglied verbaut. Funktioniert!

Wenn alles fertig ist, steht ein sehr imposantes Modell vor euch. Hier die Rückseite.

Natürlich ist die Vorderseite schöner. Ich bitte die Bilder hier zu entschuldigen, mein bescheidenes Fotostudio zu Hause ist leider für die LEGO Achterbahn zu klein.

Das Fazit:

Das fertige Modell entschädigt für den doch mitunter recht langatmigen Zusammenbau. Ich habe mich gewundert, wie schön und problemlos die Wagen von Anfang an durch die Schienen gesaust sind. Die Anleitung lässt keine Fragen offen, allerdings müsst ihr wirklich Geduld mitbringen, um bis zum Schluss durchzuhalten. Für mich sicher ein Highlight in der LEGO Welt, aber zumindest ich hatte mit anderen über 300 Euro teuren LEGO Sets schon mehr Spaß beim Bauen.

Steckbrief:

Artikelnummer: 10261
Set-Name: Roller Coaster
Teilezahl: 4.124
Erscheinungsjahr: 2018
Baureihe: Creator Expert
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Verkaufspreis: 329,99 Euro