1980 war also die Zeit reif für ein Nachfolgesystem: Die graue Ära war geboren. Das technische Grundprinzip blieb dabei unverändert, je nach Anspruch und Geldbeutel gab es weiterhin Schiebezüge, batteriebetriebene Züge und 12-Volt-Züge. Das Schienensystem wurde optisch realistischer mit hellgrauen Schienen und dunkelgrauen Schwellen gestaltet. Durch Clip-Verbindungen wurden die Schienenstränge deutlich stabiler und somit betriebssicherer. Beim Zerlegen brachen (und brechen) diese Clips zwar gerne ab, aber selbst im defekten Zustand halten die Schienen immer noch einigermaßen gut auf den Schwellen. Und dank BrickLink, eBay & Co. kann man selbst heute noch unbenutzte Schwellen nachkaufen, wenngleich die Preise nicht unbedingt als Schnäppchen durchgehen. Mein Tipp: Ausschau halten nach MISB-Packungen von 4,5-Volt Weichen und 4,5-Volt Kreuzungen, diese werden manchmal ab einem Euro angeboten und spenden unbenutzte Schwellen für kleines Geld.

Darüber hinaus wurde das Zubehörprogramm auf ein Niveau aufgerüstet, das seitdem nie wieder erreicht wurde. Nicht nur die Weichen waren elektrisch fernbedienbar, sondern auch Signalanlagen zur Unterteilung des Stromkreises. Dazu kamen ferngesteuerte Entkupplungsgleise und bald auch ein ferngesteuerter Bahnübergang. Sehr viel mehr hatten die Hersteller von „echten“ Modelleisenbahnen in dieser Hinsicht seinerzeit auch nicht zu bieten.

Weiterhin wurden 1980 das vierstellige Setnummer-System eingeführt, welches fast drei Jahrzehnte Bestand haben sollte. Davon ausgenommen waren lediglich die Basic-Sets, diese waren weiterhin dreistellig. Und um den Stellenwert des Eisenbahn-Systems zu unterstreichen, gab es von 1980 bis 1983 sowie 1985 und 1986 eigenständige Prospekte mit ausführlichen Beschreibungstexten und reichhaltigem Bildmaterial. Eine Maßnahme, die nur den wenigsten Themen zuteil wurde und weit über die sonst üblichen kleinen Flyer hinausging.

LEGO Eisenbahn Club Car (4547) Set von 1993. (Foto: PROMOBRICKS)

Wie bereits erwähnt: Durch die Minifigur änderte sich das optische Erscheinungsbild erheblich. Für Züge gab es spezielle Eisenbahntüren und Fenster. Loks und Waggons waren innen hohl, mit Sitzen, Einrichtung und abnehmbaren Dächern ausgestattet. Neben dem ästhetischen Zugewinn verbesserte sich die Bespielbarkeit dadurch enorm. Waggonräder waren nicht mehr ausschließlich rot, sondern auch schwarz. Puffer und die Aufnahmen für die Magnetkupplungen wurden in ein einziges Bauteil integriert, dieses war nun ebenfalls schwarz gefärbt. Neuzeitliche Magnetverordnungen waren hingegen noch völlig unbekannt, so dass die Magnete offen lagen. Durch einen simplen, aber cleveren Drehmechanismus konnte auf die zuvor notwendige Farbkodierung in rote und blaue Magnete verzichtet werden. All dies führte insgesamt zu einem deutlich seriöseren und erwachseneren „Look“.

Die nachfolgenden Beiträge zur Geschichte der LEGO Eisenbahn sind eine chronologische Zeitreise durch die Jahre 1978 bis 1991, mit Ausblick in beide Richtungen. Fortsetzung folgt …

Eine Übersicht aller LEGO Eisenbahn Artikel gibt es hier.

2 KOMMENTARE

  1. Das im Bild 2 gezeigte Set 4547 gehört aber eindeutig zur „9 Volt-Ära“ welche sich zeitlich erst nach der „grauen Ära“ einordnet.

  2. Hatte als kleiner Junge die Sets 7745, 7727, 7715, 7750 und 7722
    von meinen Cousins ‚geerbt‘ aber die Sets sind heute leider nicht mehr vollständig, nur noch einzelne Teile in einer Kiste.
    War ne geile Zeit:)
    Wäre wiedermal Zeit für eine neue Lok ala Emerald Expr. – vielleicht das neue kommende ExpertSet.

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