Letzte Woche hatte Wolfgang aus dem PROMOBRICKS-Team euch den Vintage Roadster (BL19011) vorgestellt, heute soll es mit dem Eight Studs (BL19006) weitergehen.

Mein letztes Paket aus den USA des Bricklink AFOL Designer Programms hat mich in den vergangenen Tagen erreicht und wurde natürlich gleich zusammengeklemmt. Das Paket war mit Abstand am längsten unterwegs, aber auch hier hatte ich das Glück, dass mir die DHL das Set direkt an die Haustür brachte. Die Gebühren beliefen sich auf ca. 16 Euro plus 6 Euro DHL Zustellung. Ich hatte also mit keinem meiner insgesamt vier Bricklink-Sets ein Problem mit dem Zoll.

Die allgemeinen Fakten zum Set:

  • Set-Nummer: BL19006
  • Bezeichnung: Eight Studs
  • Teilezahl: 1393
  • unterschiedliche Teile: 193
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Designer: Christian Bechinie (kleinraum) aus Österreich
  • Verkaufspreis: $99,99
  • Preis pro Teil: $0,07

Die Verpackung

Das Design ist wie bei allen Sets aus der Serie auch hier das Gleiche. Ein schlichter weißer Hintergrund mit dem Bricklink und 60 Jahre LEGO Stein Logo, sowie ein Sticker für das exklusive Element und die Nummerierung der Box. Die maximale Limitierung dieses Sets, wie auch bei allen anderen, betrug 2.500 – wie viel schlussendlich wirklich verkauft wurden, kann man nur beim Löwenstein-Castle sagen, denn das war das einzige Set, welches am Ende ausverkauft war.

Die Rückseite zeigt noch eine etwas andere Umbaumethode des kleinen Hauses.

Auch hier ist die Innenseite des Umschlags mit einem Motiv bedruckt und kann als Hintergrund für das fertige Modell verwendet werden. Vielleicht wissen die Leser auch hier wieder, an welchem Ort das Foto eventuell aufgenommen wurde?!

Die eigentliche Box ist auch bei diesem Set im schicken Schwarz gehalten – mit dezenter UV-Lackierung des Bricklink-Logos bzw. der kleinen Steine am Rand. Im richtigen Licht glänzen diese Elemente.

Auf dem güldenen Siegel stehen noch einmal die Fakten zum Modell – dieses gilt es nun zu durchtrennen um an den Inhalt zu gelangen.

Der Inhalt und die Bauanleitung

Insgesamt zehn Beutelchen warten im Inneren – dieses mal hatte ich keine offene Tüten dabei, wie noch beim Löwenstein-Castle. Ebenfalls dabei ein kleines Dankesschreiben.

Auch hier gibt es wieder eine Unterteilung der Baugruppen in A, B und C. Man muss zwar für einen Bauabschnitt alle Tüten einer Zahl öffnen, aber diese sind sehr gut vorsortiert. Die vierte und letzte Tütengruppe besteht nur aus einem Beutel, damit wird nur abschließend das Dach gebaut.

Das exklusive Element darf natürlich nicht fehlen. Wie in jedem Set der Bricklink-Serie ist auch hier der 2×4 bedruckte Sonderstein dabei – und zu welchem Set könnte dieser Stein besser passen, als zu einem Haus im 2×4 Design?!

Die Bauanleitung ist in diesem Set mit einer Klebebindung versehen – manche Sets hatten auch eine bequemere Ringbindung gehabt, damit fällt das Durchblättern deutlich einfacher.

Zu Beginn gibt es ein paar Worte des Designers in Englisch.

Für die knapp 1.400 Steine werden 232 Bauschritte benötigt, auch wenn ich den Unterschied zwischen dem Schritt 231 und 232 nicht erkannt habe, aber vielleicht musste noch eine Seite mehr bedruckt werden, um das Buch zu füllen.

Interessant war, dass es nach dem eigentlichem Gebäude im vorgesehenen 2×4 Studs Design, auch noch eine kurze Anleitung mit 21 Schritten für einen kleinen Umbau in ein doppelstöckiges 2×2 Studs Design.

Die Bauphasen

Der Bau beginnt mit Grundgerüst der jeweiligen zwei Haushälften. Die Stege bestehen nur aus Platten, nicht aus Steinen. Die Konstruktion an sich ist sehr stabil, allerdings hängt die obere Spitze in der Luft und ist etwas instabil. Mit Hilfe von braunen Fliesen werden die Holzbretter gebaut, die die spätere Terrasse bilden.

Dieses ganze Konstrukt darf zwei mal gebaut werden. Leider habe ich anfangs die kleine 2x übersehen, und mich am Ende etwas geärgert – da ich solche doppelten oder dreifach Schritte gern parallel baue. Noch mehr geärgert hat mich während des weiteren Bauens aber die Grünfläche. Diese ist nur mit zwei Noppen am schwarzen Rahmen „befestigt“ und fiel mir ständig ab, sobald ich anfing das Objekt zu drehen oder überhaupt zu bewegen. Wirklich weglassen ging auch nicht, denn es dient gleichzeitig als Stütze unter dem schwarzen Rahmen – ohne diese wippte dann das ganze Gebilde beim Festdrücken der Steine im späteren Bau.

Der schönste Abschnitt im ganzen Set war für mich der Bau des LEGO-Raums. Hier finden sich viele Details wieder, selbst an eine kleine Burg und ein Piratenschiff wurde gedacht. Die Apollo Saturn V Rakete durfte aber auch nicht fehlen. Dazu kleine angedeutete Kisten mit bunten LEGO-Steinen an der Wand und ein Holztisch, wo schon fleißig gebaut wurde.

Nette Idee sind ebenso die Glasfenster, die geöffnet werden können in den verschiedensten Winkeln. An der Ecke dient als Abschluss eine 1×1 Säule, die beim Schließen der Türen sich auch gern mal verdreht, und dann hakt das ganze System etwas, oder sie fällt gleich ab.

Aber apropos abfallen – kommen wir nun zum größten Ärgernis am ganzen Set – zumindest aus meiner Sicht. Die Konstruktion des Zaunes samt Grünzeug ist auf den ersten Blick sehr schick und sieht dekorativ aus, da hört es aber leider auch auf. Beim Zusammenbau habe ich mich das erste mal seit sehr langer Zeit beim LEGO-Bauen wieder richtig geärgert (vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu tollpatschig).

Wie auch die Leiter am hinteren Teil des Hauses, besteht der Zaun aus diesen Elementen. Befestigt werden sie nur mit kleinen 1×1 Platte mit Clips und dazu eine 1×2 Platte die ebenfalls einen Clip hat, der anschließend in die Halterung am Bodenkonstrukt gedrückt wird – und drücken ist hier das Stichwort – denn spätestens dann fällt das mühevoll zusammengeklemmte Gebilde von Zaun wieder auseinander. So brauchte ich doch mehr Zeit bis ich den Zaun samt Blumenkasten ordentlich montiert hatte. Für den zweiten identischen Bau habe ich mich dann nicht an den Weg in der Anleitung gehalten, sondern mir einen eigenen Weg gesucht, der am Ende auch schneller zum Erfolg führte.

 

Achja, an der Hinterseite von dem Würfel gibt es auch noch eine Ausgangs- bzw. später eine Durchgangstür, je nachdem wie man sich das Modell am Ende hinstellt.

Im zweiten Gebäude wird es etwas entspannter – mit dem Bau einer Couch samt passendem Tisch. Ein kleines Heißgetränk samt Keks gibt es ebenfalls für einen „hyggeligen“ Abend dazu.

Der fertige Wohnbereich hat ein kleines Bücherregal und eine künstlerische Ecke mit Farbpalette und Farbdosen. Im Fenster hat sich ein kleines blaues Vögelchen verirrt (der etwas an den Blauhäher aus dem LEGO Ideas 21301 Set erinnert). Auch hier sind die Funktionen der Türen identisch zum ersten Raum.

Nach drei Bauabschnitten hat man zwei identische Gebäude mit verschiedenen Innenausstattungen fertig gestellt. Mit Hilfe von drei kleinen Platten kann nun noch die feste Verbindung auf der Unterseite erfolgen.

Damit es nicht reinregnet, werden noch zwei gleiche Noppendächer gebaut. Auf der linken Seite sieht man gut den Aufbau der Noppen. Die vier 2×2 Fliesen an den Ecken habe ich nicht etwa auch absichtlich vergessen, diese fehlten leider in meinem Set.

Nach dem etwas stressigem Bau kann sich das fertige Modell aber durchaus sehen lassen.

Zwischen den großen Noppen sind noch Fliesen mit kleinen Noppen, die auch eine Aufgabe erfüllen, sobald man die Räume stapeln möchte – als zusätzliche Befestigung. Nun wird auch bei der Aussparung im Boden deutlich, wofür dies gedacht war. Die Passgenauigkeit ist schlussendlich sehr genau.

Zusammen mit dem Hintergrund wirkt das Häuschen sehr idyllisch, ein kleiner Bungalow am See.

Die Minifiguren

Im Set enthalten sind ebenfalls zwei einfache Minifiguren – mit einem klassischen Lächeln.

Im Gegensatz zum Löwenstein-Castle, wo ich keinen einzigen Ersatzstein hatte, aber auch keiner gefehlt hat – blieb beim Eight Studs Modell doch einiges übrig. Seltsamer Weise auch zwei Rundbögen in tan – die sicherlich anstelle der vier fehlenden 2×2 Fliesen ins Tütchen geworfen worden sind und das Gewicht am Ende stimmte.

Mein Fazit

Das fertige Modell ist wirklich schick – die Idee eines Hauses in Form eines LEGO Steins hat mir sehr gefallen, sonst hätte ich das Set auch nicht bestellt. Allerdings merkt man gerade bei diesem Set, dass es „nur“ von einem Fan-Designer stammt, denn hier und da hätte es doch noch den Blick eines professionellen LEGO-Designers gebraucht, um beim Erbauen nicht all zu viel graue Haare zu bekommen. Von meinen vier Bricklink-Sets ist dieses hier leider beim Punkt Aufbauspaß an letzter Stelle.

Für die fehlenden Steine kann der Designer nichts, aber ein Kontakt zu Bricklink führt auch ins Nichts bzw. es erfolgt keine Rückmeldung. Sollte das AFOL Designer Programm in eine zweite Runde gehen, muss sich noch einiges bei Bricklink ändern, speziell was Versand und Service angeht. Ansonsten bin ich mit meinen Sets zufrieden, und bereue schlussendlich keinen der Käufe.

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16 Kommentare

    • Stimme ich Dir zu – habe zunächst gar nicht erkannt, dass es sich hier um einen großen Stein als Haus handeln soll. Eine nette Idee, aber das Haus sieht als Ergebnis nicht besonders doll aus. Da lobe ich mir ebenfalls meinen Eigenbau von einem griechischen Imbiss samt Inneneinrichtung mit Drehspieß für die City.

    • „Naja, dass dürfte sich am schlechtesten verkauft haben.“
      Völlig faktenfreier Kommentar.
      Warum hat das Set bloß das Funding passiert? Es ist eins von dreizehn Sets, die realisiert wurden. Am schlechten Verkauf kann das nicht liegen.

  1. Ich finde das Set großartig. Vielleicht erwägst du es ja weiter zu verkaufen. Ich erfahre gerade zum ersten mal davon und auf bricklink wird es schon für das Doppelte gehandelt.

  2. Gefällt mir super. Tolle creative Idee.
    Ohne Fenster eine Art bunker.
    Eine noppe Klima, eine nope kameraturm, eine noppe waffenturm, usw.

  3. Hatte auch überlegt mir dieses Set zu gönnen, die Idee finde ich nämlich spitze. Minihäuser sind aktuell total gefragt. Die modulare Bauweise der Steine auf ein Gebäude zu übertragen ist echt gut.

    Die Inneneinrichtung bleibt leider etwas unter den Erwartungen, da ich mir auf dem Raum doch eine komplette Einrichtung gewünscht hätte. Ist wohl auch den vielen Fenstern geschuldet.

    Für mich trotzdem noch ein schönes Set.

  4. Moin, ich habe das Modell auch, Gebühren direkt beim freundlichem Postmann bezahlt, alles kein Problem. Eigentlich ein schönes Set, sonst hätte ich es mir nicht bestellt. Leider hielt sich der Bauspass in Grenzen. Alles zu wabbelig und genervt hat das Doppelbauen. Das hätte Lego selber besser hinbekommen – keine Kaufempfehlung!

  5. Das sieht aber echt komisch aus mit den fehlenden Teilen 🙁 …
    Lustige Set – Idee und ich freue mich schon es mal Live zu sehen. Grüße

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