Avatar: The Last Airbender im Ideas-Review – Kehrt der Avatar zurück?

LEGO Ideas Avatar: The Last Airbender

Der Avatar ist zurück! Wenn die Bewohner des Universums aus der Nickelodeon-Serie „Der Herr der Elemente“ diesen Satz zu hören bekommen, dann wissen sie: Wir dürfen uns wieder Hoffnung machen! Auf ein Ende von Krieg, Gewalt und Unrecht.

So ganz dramatisch geht es in der LEGO-Welt zum Glück nicht zu. Und dennoch: Mit dem Ausspruch „Der Avatar ist zurück!“ verbinden auch die Fans der dänischen Steine eine ganz eigene Hoffnung: Dass eine der beliebtesten Animationsserien der 2000er ein Comeback in LEGO-Form feiern könnte.

Dieser Tage scheint die Hoffnung nicht ganz unberechtigt zu sein: Denn jüngst erreichte der Entwurf „Avatar: The Last Airbender – The Avatar Returns“ des Designers ky-e das offizielle Review auf LEGO Ideas und könnte schon bald in den Verkaufsregalen landen.

Avatar? Das mit den blauen Aliens?

Beim Titel „Avatar“ werden die meisten vielleicht zuerst an den Science-Fiction-Kassenschlager von 2010 mit den blauen Außerirdischen denken. Doch weit bevor Regisseur James Cameron mit seinem 3D-Kinospektakel die Massen begeisterte, faszinierte eine gänzlich andere Serie mit dem gleichen Titel. In „Avatar: Der Herr der Elemente“ entführen uns Serienschöpfer Michael Dante DiMartino und Bryan Konietzko in eine ostasiatisch inspirierte Welt, die von vier Nationen bevölkert wird, welche sich alle einem der vier Elemente verschrieben haben: Wasser, Erde, Feuer, Luft. Innerhalb jeder Nation leben so genannte „Bändiger“, die eines der Elemente kontrollieren und beherrschen können.

Für Frieden und Ausgleich zwischen den Völkern zu sorgen, diese Aufgabe kommt dem so genanntem „Avatar“ zu: Als einziger Mensch, der alle vier Elemente meistern kann, ist es seine Pflicht, die Konflikte dieser Welt zu lösen und Harmonie aufrechtzuerhalten. Und da ein Menschenleben für diese Langzeitaufgabe natürlich viel zu kurz ist, wird der Avatar nach seinem Tod jedes Mal wiedergeboren. Dieser Reinkarnationszyklus folgt einer ganz bestimmten Reihenfolge: Nacheinander wird der Avatar in der Feuernation, dann bei den Luftnomaden, anschließend bei den Wasserstämmen sowie letztlich dem Erdkönigreich geboren, bis der Zyklus von vorne anfängt. In genau jener Reihenfolge ist es auch seine Pflicht, die vier Elemente zu erlernen.

Die Handlung der Serie setzt nun mit der denkbar schlimmsten Katastrophe ein: Die Feuernation erklärt dem Rest der Welt den Krieg und beginnt einen erbitterten militärischen Konflikt, der nun ganze 100 Jahre andauert. Dem letzten Avatar, Roku aus der Feuernation, gelang es nicht, das Regime um den absolutistisch regierenden Feuerlord aufzuhalten, ehe er starb. Die Führung der Feuernation weiß nun: Der nächste Avatar wird als Luftnomade geboren und rottet deswegen die ganze Kultur der Luftbändiger aus.

Doch dem neuen Avatar – ein damals zwölfjähriger Junge namens Aang – gelingt es, zu überleben und überdauert in einer Art Halbschlaf die nächsten 100 Jahre in einem selbst geschaffenen Eisberg. Währenddessen versinkt die Welt im Chaos und kaum jemand hegt noch die Hoffnung, dass der Avatar zurückkehren und der Kriegslust der Feuernation ein Ende setzen wird – bis die Geschwister Katara und Sokka vom Wasserstamm eines Tages beim Fischen auf eben jenen Eisberg stoßen und Aang befreien. Es ist der Beginn einer langen Reise des Trios, mit dem Ziel, Aang alle Elemente beizubringen, um am Ende den Feuerlord besiegen zu können.

ky-es Ideas-Entwurf: Eine Hommage an die Serie

Der LEGO-Entwurf zeigt die Ereignisse aus der zweiten Folge der Serie, in der der verbannte Sohn des Feuerlords, Prinz Zuko, Wind von der Rückkehr des Avatars bekommt und in seinem Kriegsschiff Kurs Richtung südlicher Wasserstamm nimmt, wo Aang – unwissend, dass er 100 Jahre in dem Eisberg verbracht hat – mit den Kindern des Dorfes herumalbert. Für Zuko ist die Gefangennahme des Avatars die Gelegenheit, seine verlorene Ehre wiederherzustellen. Er hat jedoch nicht mit Aangs List und der Hilfe seiner Freunde Katara und Sokka sowie seinem fliegenden Bison Appa gerechnet, die ihn aus Zukos Fängen befreien und von nun zusammen von einem Abenteuer ins nächste stürzen.

Aus 1500 Teilen besteht das monumentale Schiff der Feuernation, dessen stählern-industriellen Look Designer ky-e perfekt getroffen hat. Das Schiff ist überall mit Tiles ausgestattet, sodass sowohl das Deck, als auch die Etagen des Turm abgenommen und das Innenleben bestaunt und bespielt werden können. Dieses besteht unten aus Maschinenräumen, im Turm befinden sich eine Ausrüstungs- und Waffenkammer, ein so genannter Pai-Sho-Tisch (ein beliebtes Brettspiel in der Welt von „Avatar“) sowie die Kapitänskabine. Ein Katapult soll die Verteidigung des Schiffs sicherstellen und mit einem kleinen Beiboot kann die Crew evakuiert werden oder Zuko auf Einzelmissionen gehen.

Dem Kriegsschiff entgegenstellen tut sich Aangs fliegender Bison Appa, dessen Kopf sich bewegen kann, dafür leider aber keines seiner sechs Beine. Mit Aang, Katara, Sokka, Prinz Zuko, seinem Onkel (und Fanliebling) Iroh und einem generischen Soldaten der Feuernation sind alle wichtigen Figuren der ersten Staffel im Entwurf enthalten.

Zehn Jahre ist es her, dass sich ky-e auf der Ideas-Plattform angemeldet hat und wer sich seine Einreichungen ansieht, wird feststellen: Hier ist ein wahrer Avatar-Fan am Werk. Ganze fünf Modelle basierend auf dem Avatar-Universum schickte er schon ins Rennen. „’Avatar‘ hatte einen großen Einfluss auf mein Leben“, sagt er über sich in der Beschreibung des Projekts. Und spätestens seitdem die Serie 2020 auch auf Netflix ausgestrahlt wurde, war er wieder ganz im Avatar-Fieber. Da lag es für ky-e nahe, der Serie nach einer Reihe von eher kleineren Modellen ein großes Denkmal zu setzen. Die Fans hatte er schnell auf seiner Seite: Nach 480 Tagen bescherten sie ihm den ersten Review-Einzug seiner Designer-Karriere.

Doch Modelle zu „Avatar“ sind bei Weitem nicht die einzigen Entwürfe, mit denen er sich auf der Plattform beteiligte: Daneben lud er auch eine Vielzahl von Modellen zu „Star Wars“ und den Videospielen „Kerbal Space“ und „Super Metroid“ hoch. Auf mehr als 1000 Stimmen bringt es aber kaum einer seiner Entwürfe.

Avatar: Ein Serienklassiker der 2000er

Ob die Charakterentwicklung, die Mythologie der Avatar-Welt oder die Themen, denen sich die Serie widmete: Es gibt viele Gründe, dem Charme von „Der Herr der Elemente“ zu verfallen. 2005 startete die Serie in den USA, bevor sie ein Jahr später auch in Deutschland ausgestrahlt wurde. In drei Staffeln à 20 Folgen begleiten wir Aang und seine Freunde auf einer Reise quer durch die Nationen dieser Welt, machen Bekanntschaft mit skurrilen und einmaligen Charakteren, und sehen zu, wie diese Gruppe von Teenagern über sich hinauswächst und für ihren Kampf um Frieden und Freiheit es mit einem schier übermächtigen Gegner aufnimmt.

In den USA erreichte die Serie Spitzenquoten und auch die Veröffentlichung auf Netflix machte noch einmal deutlich, wie beliebt „Avatar“ nach wie vor ist: Nach vier Tagen war die Serie auf Platz eins der Netflix-Hits und hielt sich sage und schreibe 60 Tage in den Top Ten des Streamingdienstes. „Avatar“ wurde mit Preisen überhäuft und wird von vielen Kritikern als einer der besten Animationsserien aller Zeiten gesehen. Der Erfolg der Serie hat dabei mehrere Gründe: Zum einen gelingt „Avatar“ die perfekte Gratwanderung aus einerseits ernsten, erwachsenen Themen und gleichzeitig humorvollen, regelrecht albernen Momenten andererseits. Gerade dieses Verschwimmen der Grenzen zwischen einer Kinder- und Erwachsenen-Serie macht Avatar so unheimlich reizvoll für alle Altersgruppen.

Themen wie Krieg, Genozid, den Widerstand gegen ein faschistisch-imperialistisches System anzusprechen, gilt für eine Jugendserie als gewagt, doch in Verbindung mit Fragen von Freundschaft, Zusammenhalt und dem Wert von Leben auch eines brutalen Diktators schaffte es „Avatar“, ein Millionenpublikum in den Bann zu ziehen. Gepaart mit einem genialen Soundtrack und einer magischen Welt, die voller mythischer Lebewesen und vielfältigen Kulturen steckt, haben DiMartino und Konietzko das ideale Rezept für einen Serienhit gefunden. Viele verglichen den Einfluss, den Avatar auf die Generation Z hatte, mit dem von Star Wars auf die Jahrgänge der 70er und 80er.

Nach dem Ende der Serie 2008 war die Geschichte der Avatar-Welt aber noch nicht auserzählt: Zunächst versuchte sich Regisseur M. Night Shymalan mit einer eher peinlich anzusehenen Realverfilmung der ersten Staffel, die an den Kinokassen floppte und von Fans und Kritikern geradezu zerrissen wurde. Später folgte ein Spin-Off über Aangs Nachfolgerin Korra, der mit seiner Handlung in einem asiatischen Steampunk-New-York allerdings ebenso wenig glänzen konnte, jedoch für die (wenn auch nur vage) Andeutung einer lesbischen Beziehung ihrer Protagonistin gelobt wurde.

LEGO und Avatar: Das gab es schon einmal

Dass Avatar zu LEGO passt, bewies man in Billund dabei schon 2006. Kurz nach Start der Serie brachten die Dänen zwei Sets heraus: Einmal den 3828 Lufttempel aus der dritten Episode sowie das 3829 Zukos Schiff, von dessen Design ky-e sich scheinbar ein wenig inspirieren ließ. Heute gelten die Modelle als echte Sammlerstücke und erzielen auf dem Zweitmarkt stolze Preise: Für den Lufttempel nennt Bricklink einen Durchschnittspreis von 270€ gebraucht und 570€ im Neuzustand, für das Schiff der Feuernation hingegen einen Gebrauchtpreis von 350€, für ein ungeöffnetes Set werden sogar schnell mal 600€ fällig.

Auch die Minifiguren von damals sind Sammlern heute viel wert: Während Aang auf Preise zwischen 40€ und 50€ kommt, bringt es Katara auf 20€ und Sokka und Zuko auf jeweils 30€. Übertroffen wird dies jedoch von Aangs fliegendem Lemur Momo: Der unscheinbare, kaum drei Steine hohe putzige Kerl hat je nach Zustand einen Wert 60€ bis 80€.

„Avatar“ zurück ins LEGO-Produktsortiment zu bringen, das versuchen die Fans schon seit einer ganzen Weile: 2020 schafften es die Entwürfe „Avatar – The Last Airbender“ und „Avatar – The Last Airbender – YIP YIP!“ ebenfalls ins Review, wurden vom Team in Billund aber letztendlich abgelehnt. Anders als ky-es Entwurf zeigten diese jedoch lediglich Aangs fliegenden Bison Appa. Die Welle an Avatar-Entwürfen fällt dabei in eine Zeit, in der das Avatar-Universum am Anfang eines großen neuen Kapitels steht: Nach einer langen Zeit, in der es außer einigen Comics keine neuen Inhalte zur Serie gab, wurde verkündet, dass man an einer Realadaption arbeitet. Jüngst wurde auch der Cast der Serie vorgestellt.

Und mit den „Avatar Studios“ wurde erst im Februar ein Produktionsstudio geschaffen, mit dem die Serienschöpfer DiMartino und Konietzko höchstpersönlich weitere Projekte aus der Welt von „Avatar“ entwickeln sollen. Den Anfang soll ein Realfilm machen, der schon Ende dieses Jahres in die Produktion geht.

Gute Voraussetzungen also für ein LEGO-Comeback? Designer ky-e wünscht sich, mit Avatar das von dem Review-Team in einem Interview ersehnte neue Minecraft zu schaffen: Eine Themenreihe, die inspiriert von LEGO Ideas ein fester Bestandteil im Produktsortiment der Dänen werden könnte. Hohe Ziele also. Ob ihm das gelingt, wird die Zukunft zeigen. Und bis dahin werden die Fans von Avatar hoffen, dass die folgende leicht abgewandelte Version des bekannten Intros bald Realität werden könnte:

Wasser. Erde. Feuer. Luft. Vor langer Zeit erfreuten sich alle LEGO-Fans an zwei Avatar-Sets, doch dann rückte LEGO von der Idee ab und alles änderte sich. Nur Billund selbst hätte das aufhalten können, doch als die Welt die Sets am meisten wollte, verschwanden sie aus den Verkaufsregalen. 15 Jahre später landete ein Avatar-Entwurf im LEGO Ideas-Review und auch, wenn es enormes Potential hat, ist es noch ein weiter Weg bis zum fertigen Set. Doch ich glaube daran: Dieses Modell wird die Welt der Avatar-Fans retten.

Alle Entwürfe der 3. LEGO Ideas Review-Phase 2021 im Überblick

4 Kommentare zu „Avatar: The Last Airbender im Ideas-Review – Kehrt der Avatar zurück?“

  1. Also mit so einem hässlichen Set kommt Avatar wohl (hoffentlich) eher nicht zurück.
    Monkey Kid und Ninjago zeigen ja eigentlich, wie es geht (und auch gehen muss).

    Die Figuren – und zwar ordentlich aufgearbeitet! – zusammen mit einem schönen großen Set (Betonung auf „schön“) und ein paar kleineren Sets.
    Als großes Set käme m.M.n. eher ein Luftbändiger-Tempel in Frage. Vielleicht am schweben. Da kann man sicherlich sehr viel schönes designen.
    Ein graues Schiff… das hat sehr wenig Charm. Da können die Figuren noch so gut sein 😉

  2. Schwarzer Falke

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Idee durchkommt. Am Ende ist es eine leicht abgewandelte Version des Legosets, eine wirkliche Idee dahinter kann ich nicht erkennen.
    Zumal der graue Klotz wohl wirklich nur Fans der Serie ansprechen dürfte.

  3. Das sechsbeinige (?) Ding finde ich irgendwie cool! Mir würde schon ein Set nur mit dem Ding und wenigen Figuren ausreichen. ^^

  4. Walter Haberer

    Ich bin ein Fan der Serie, aber das Set spricht mich nicht an. Avatar statt Ninjago fände ich toll. Wird aber sicher nichts, denn bei Avatar wird viel zu wenig gekämpft.

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